Do, 18. Oktober 2018

Bub (5) in Güterzug

14.11.2017 18:26

Polizei: "Wenig später wäre es zu spät gewesen!"

Die Suche nach den Eltern eines fünfjährigen Buben, der zusammengekauert unter dem Flachwagen eines Güterzugs am Grenzbahnhof Brenner gefunden wurde, läuft auf Hochtouren, hat bisher aber noch zu keinen Resultaten geführt. Der Zug war in Richtung Österreich unterwegs gewesen. Das stark unterkühlte Kind sei außer Lebensgefahr und befindet sich im Krankenhaus von Brixen in Italien.

Das Personal der Bahnpolizei hatte am Montag Hilferufe von einem Kind aus dem Güterzug gehört. Der Bub, der dann im Rahmen einer Kontrolle entdeckt wurde, habe sein Leben riskiert, so der Chef der Bahnpolizei am Brenner, Stefano Linossi. Er war am Montagvormittag dabei, als das Kind gefunden wurde. "Eine Stunde lang hat das Kind nur gezittert, obwohl es sich im Warmen befand", schilderte Linossi: "Wenn man es 15 Minuten später gefunden hätte, wäre es zu spät gewesen."

Trug Tasche mit Frauenkleidern bei sich
Den Ärzten erzählte der Bub, dass er fünf Jahre alt sei, aus Sierra Leone stamme und Anthony heiße. Das Kind hatte eine rotblaue Tasche mit Frauenkleidern bei sich. Dokumente, die Informationen über die Familie liefern könnten, wurden keine gefunden, berichtete die römische Tageszeitung "La Repubblica" am Dienstag. Die Polizei bittet nun dringend um Hinweise.

Von Mutter verlassen?
Seitens der Behörden sei es nicht ausgeschlossen, dass die Mutter das Kind verlassen haben könnte, um Kontrollen entlang der Bahnlinie zu vermeiden. Eine Möglichkeit sei auch, dass die Mutter während der Reise ums Leben gekommen sei. Die Ermittlungen laufen.

"Illegale Migration ist kein Kavaliersdelikt"
Indes haben sich Österreich, Deutschland und Italien auf trilaterale Güterzugkontrollen auf der italienischen Seite des Brenners verständigt, d.h. Österreicher, Deutsche und Italiener kontrollieren gemeinsam. "Illegale Migration ist kein Kavaliersdelikt, und wir müssen das menschenverachtende Geschäft der Schlepper unterbinden", so Innenminister Wolfgang Sobotka.

krone.at/Kronen Zeitung

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