12.11.2017 06:00

Bissige Debatte

Reinhold Messner: Wölfe nach Sibirien verbannen

Bissige Debatte um die Wölfe! Während sie Alpinlegende Reinhold Messner zum Schutz des Weideviehs auf den Almen nach Sibirien verbannen will, verteidigt der WWF die Meister Isegrims eisern. Inzwischen wagten sich die Räuber bis zu einem Waldviertler Schlachthof und in die Nähe der Stadt Weitra in Niederösterreich vor.

"Wölfe sind Jäger, sie reißen Schafe, Ziegen, aber auch Kälber und Esel. Und das bringt unsere traditionelle Almwirtschaft in Gefahr", sagt Mount-Everest-Bezwinger Messner, jetzt Bergbauer in Südtirol. Er selbst beklagt den Verlust eines Yak-Stiers, der angefallen wurde. Umso größer ist das Verständnis für die Almlandwirte: "Die hängen ja an ihren Tieren." Seine eindeutige Öko-Botschaft an Tierschützer: "In Sibirien ist genug Platz für die Raubtiere, bei uns aber nicht."

Jäger warnen vor Problemen im Winter
Inzwischen werden in Bezirk Gmünd (NÖ) Wolfswarnschilder an die Bäume geheftet, die etwas übertrieben Angst vor Rudeln schüren. Was unbestritten ist: Die einst ausgerotteten Vierbeiner haben in Österreich bereits Dutzende Weidetiere gerissen.

Jäger warnen vor Problemen im Winter: "Das sind gedeckte Tische für Wölfe. Das Wild wird sich nicht mehr zu den Futterkrippen wagen, Bäume verbeißen und letztlich auch Lawinenschutz-Wälder gefährden." Waidmann Friedrich Hardegg zu vorgeschlagenen Schutzmaßnahmen: "Ich habe Bilder von zerfleischten Hüterhunden gesehen. Es ist auch unmöglich, im gebirgigen Terrain alle Weiden zu umzäunen."

Tierschützer glauben dennoch, dass es genügend Platz für Wölfe gibt.

Mark Perry und Christoph Matzl, Kronen Zeitung

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