Fr, 18. Jänner 2019

Fließband-Arbeit:

10.11.2017 16:42

Pro Patient hat Arzt nur fünf Minuten Zeit

Wie am Fließband geht’s in den 700 Kassen-Ordinationen von Allgemeinmedizinern zu. Fünf Minuten Zeit pro Patient hat ein Arzt - diese internationale Studie bestätigt auch der Kurienobmann Dr. Wolfgang Ziegler. In Zukunft wird’s noch schlimmer, da die Zahl der Kassen-Ärzte wohl weiter zurückgeht.

In 67 Ländern wurde ausgewertet, wie lange Ärzte im Schnitt Zeit für ihre Patienten haben. Österreich landetet auf Platz 52 - dahinter tummeln sich Staaten wie Afghanistan, Malawi oder Bangladesch, wo der Patientenkontakt bei 48 Sekunden liegt. Am meisten Zeit nehmen sich die Schweden: 22,5 Minuten!

Druck, nächsten Patienten dranzuehmen
Für Oberösterreich bestätigt Dr. Wolfgang Ziegler das Ergebnis der Studie: "Wir werden pro Patient bei fünf bis sechs Minuten liegen. Der Druck, den nächsten Patienten dranzunehmen, ist sehr hoch." Dabei würde mehr Zeit benötigt. "Die eine Patientenschicht wurde älter, damit mulitmorbider. Es gibt mehr Medikamente, dadurch wird es komplizierter. Junge Patienten haben durchs Internet ein ,Halbwissen‘, und man braucht mehr Zeit, ihnen etwas wieder auszureden. Und dann ist da noch die wachsende Gruppe an Zuwanderern, wo es schon wegen der Sprachprobleme länger dauert", erklärt Ziegler.

Mehr Wahl- als Kassenärzte
Die geforderte Zahl von rund 200 zusätzlichen Kassen-Stellen in Oberösterreich ist illusorisch: Schon derzeit sind neun Kassen-Ordinationen unbesetzt, während die Zahl der Wahlarzt-Praxen steigt. "Ich wäre schon für fünfzig zusätzliche Kassen-Stellen dankbar, aber in Wahrheit könnten wir sie eh nicht besetzen", sagt Ziegler. Derzeit stehen in OÖ, über alle Fächer gesehen, 1559 Wahlärzte 1159 Kassen-Ärzten gegenüber, sie sind bereits in der Mehrzahl. Bei den Allgemeinmedizinern sind es etwa 430 Wahlärzte.

Markus Schütz, Kronen Zeitung

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