So, 16. Dezember 2018

Forscher vor Rätsel

09.11.2017 09:41

Mega-Exoplanet hat 13-fache Jupiter-Masse

Ein 22.000 Lichtjahre von der Erde entfernter, neu entdeckter Exoplanet stellt die Forscher vor ein Rätsel. Der Himmelskörper mit dem sperrigen Katalognamen OGLE-2016-BLG-1190Lb hat in etwa die 13-fache Masse des Gasriesen Jupiter und sollte daher - so die bisherige Lehrmeinung - eigentlich selbst eine kleine Sonne, ein sogenannter Brauner Zwerg, sein. Stattdessen kreist er um einen Mutterstern, der nur halb so groß ist wie unsere Sonne.

Entdeckt wurde OGLE-2016-BLG-1190Lb mithilfe des Weltraumteleskops "Spitzer" von einem internationalen Astronomen-Team und Wissenschaftlern der Arbeitsgruppe The Optical Gravitational Lensing Experiment (OGLE) im polnischen Warschau. Gefunden wurde der gigantische Exoplanet, der sein Zentralgestirn in zweifacher Erde-Sonne-Distanz umkreist, in der Region der sogenannten Bulge, einer Ausbuchtung im Zentrum der Milchstraße.

Die Entdeckung des Mega-Exoplaneten stellt die Wissenschaftler vor ein Rätsel, denn eigentlich sollte ein Objekt dieser Größe laut gängiger Lehrmeinung kein Planet mehr sein, sondern vielmehr ein sogenannter Brauner Zwerg.

Verkappte, vergleichsweisekalte Sonnen
Braune Zwerge sind astronomische Objekte, die eine Sonderstellung zwischen Planeten und Sternen einnehmen. Sie entstehen wie Sterne in Staub- und Gaswolken, allerdings verdichtet sich ihre Masse nicht so stark, dass es - wie bei der Sonne - zu einer thermonuklearen Zündung in ihrem Kern kommt. Dadurch entwickeln sie sich quasi zu verkappten Sonnen, bleiben vergleichsweise kalt und glosen daher nur in Rot- und Brauntönen.

"Spitzer" kreist seit über 14 Jahren im All
Das Weltraumteleskop "Spitzer" ist bereits seit August 2003 auf Patrouille im Weltall und dient vor allem der Erforschung von Vorgängen bei der Entstehung von Planetensystemen. Das Infrarot-Observatorium fängt elektromagnetische Strahlung auf, die die Erdatmosphäre größtenteils nicht durchdringen könnte.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder

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