#metoo-Debatte

Chris Lohner wettert gegen "rachsüchtige" Frauen

Adabei
07.11.2017 15:17

"Jetzt dürfen Sie alle über mich herfallen." Die "#metoo"-Bewegung gegen sexuelle Übergriffe lässt niemanden kalt. Weltweit haben Millionen Frauen über soziale Medien Belästigungen verbaler und physischer Natur öffentlich gemacht. Nun hat sich nach Schauspielstar Nina Proll auch die ehemalige Fernsehmoderatorin und ÖBB-Stimme Chris Lohner in die Debatte eingeklinkt und sich auf Facebook gegen die pauschale Verurteilung von Männern ausgesprochen.

TV-Grande-Dame Chris Lohner ist über die derzeitige Sexismus-Debatte entsetzt. Auf Facebook machte die 74-jährige Moderatorin und Buchautorin ihrer Empörung Luft, dass die Anschuldigungen bereits "bizzare Formen" annehmen würden.

"Shitstorm hin oder her, aber jetzt muss ich auch mal zum Thema sexuelle Belästigung etwas sagen", schrieb sie am Wochenende an ihrer Fans. "Diese ist durchaus zu verurteilen und zu bestrafen, aber die diversen Anschuldigungen nehmen jetzt so bizzare Formen an, sodass sich jeder Mann davor fürchten muss, mit einer Frau allein in einem Lift, Raum zu sein."

"Jetzt dürfen Sie alle über mich herfallen"
Vertretern bestimmter Berufsgruppen wie Ärzten, Masseuren wäre zu raten, bei der Ausübung ihrer Tätigkeit eine zweite Person als Kontrolle dabei zu haben, um nicht mit Aussage gegen Aussage konfrontiert zu werden, findet Lohner.

Abgesehen davon, sei nach Meinung der Fernsehikone "jeder einzelne Fall von sexueller Belästigung akribisch zu recherchieren, bevor man jemand anpatzt oder seine Karriere ruiniert".

Und weiter: "Man fragt sich, ob nach einem One-Night-Stand, der vielleicht beiden nicht gefallen hat, dieser dann womöglich als Vergewaltigung dargestellt wird ... Ich bin immer aufseiten der Frauen, aber der echten, und nicht der rachsüchtigen und hasserfüllten. So und jetzt dürfen Sie alle über mich herfallen ..."

Proll hat die "#metoo"-Debatte satt
Die Schauspielerin Nina Proll hatte am Sonntag in der Ö3-Sendung "Frühstück bei mir" gesagt: "Ich habe dieses kollektive Jammern, das in dieser #metoo-Debatte entstanden ist, satt. Bei mir beginnt sexuelle Belästigung da, wenn die Frau Nein sagt und der Mann macht weiter", betonte die Schauspielerin. "Dass Frauen einander auf die Schulter klopfen und schreiben 'Mir ist es auch passiert' und Geschichten von vor 20 Jahren auf den Tisch legen - das schwächt uns Frauen."

Die Lösung könne nur sein, "dass die Frau den Mann in der Konfrontation darauf aufmerksam macht, dass es ein Übergriff ist", so die 43-Jährige. In der Puls-4-Sendung "Pro und Contra" legte sie am Montag provokant nach: "Das ganze Leben ist eine sexuelle Belästigung."

Hintergrund ist der Fall des Hollywood-Filmmoguls Harvey Weinstein: Dutzende Frauen, darunter Schauspielerinnen und Mitarbeiterinnen, waren in den vergangenen Tagen mit Vorwürfen der sexuellen Übergriffe an die Öffentlichkeit gegangen. Das hat mittlerweile Abertausende Frauen veranlasst, in den sozialen Medien unter dem Motto "#metoo" (Ich auch) über eigene Erfahrungen zu berichten.

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(Bild: kmm)



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