Servus Piefke!

Die skurrilsten Stadtführungen Wiens

Rathaus, Riesenrad, Schönbrunn und Parlament - alles schon gesehen. Als jemand, der in Wien geboren ist oder zumindest schon lange hier lebt, glaubt man die Stadt auswendig zu kennen. Dem ist aber nicht so. Wer kennt die Geschichte der Telekommunikation in Wien? Das schwule Wien? Den Servus Piefke-Stadtspaziergang, oder die Wege der Lust?

Für alle die denken, dass Stadtführungen langweilig und nur etwas für Touristen sind, will City4U mit diesem Auszug aus der Welt der skurrilen Touren das Gegenteil beweisen. Hier ein paar Beispiele, bei der jeder Wiener Typ auf seine Kosten kommt.

#Sünde, Lust und Laster

Dieser Stadtspaziergang beschäftigt sich mit der Wiener Sittengeschichte von der Gründung der Stadt bis heute. Von den Bordellmünzen der römischen Legionäre über die Ausschweifungen zur Zeit des Wiener Kongresses bis zur aktuellen Lage der Prostituierten in Wien, ist alles dabei was das sündige, lustvolle Herz erfreut. Außerdem gibt es die Gelegenheit ein echtes, wenn auch nicht mehr in Betrieb befindliches, Bordell zu besuchen. Weiters gibt es auch eine Führung zu Wiens erster und bekanntester Dirne, Josefine Mutzenbacher. "Sex sells", weiß auch Christa Bauer von Wienführung. Die beliebte Tour "Josefine Mutzenbacher - Auf den Wegen der Lust im alten Wien" findet jeden Samstag um 14 Uhr statt, Treffpunkt ist am Michaelerplatz. Geleitet wird die Tour von DDr. Anna Ehrlich von Wienführung, die auch die Idee zu dieser besonderen Stadtführung hatte.

#Servus Piefke!

"Hier die 'Piefke', da die 'Ösis', die von den Piefke nicht immer ganz ernst genommen werden und im Gegenzug als etwas arrogant eingestuft werden", so erklärte Christa Bauer die Beziehung zu unserem Lieblingsnachbarn im Gespräch mit City4U. Doch wie kommt man auf die Idee zu dieser Art von Tour? "Das hat sich bei einer Führung ergeben, die ich für die Mitarbeiter eines internationalen Konzerns gemacht habe. Ich sollte etwas "typisch Österreichisches" einfließen lassen, vor allem in Bezug auf die Sprache. Es hat sich dann während dieser Führung eine ganz besondere Gruppendynamik entwickelt, das Ganze war unglaublich witzig", erzählte Bauer. Im Rahmen der Stadtführung werden die angeblichen Unterschiede genauer unter die Lupe genommen und vielleicht findet man am Ende heraus, dass sie gar nicht so groß sind.

#Das schwule Wien

"Wien andersrum" erzählt während einer unterhaltsamen Tour die Geschichte vom "Schwulen Wien". Da es manchen Menschen leider noch immer an Toleranz für Homosexuelle in unserer Gesellschaft mangelt, beschäftigt sich die Stadtführung auch damit, wie sich die Situation für schwule und lesbische WienerInnen im Laufe der Geschichte - von der Römerzeit bis in die Gegenwart - entwickelt hat und welchen Problemen sie noch heute gegenüberstehen. Praktische Szenetipps gibt es obendrauf.

#Für Nerds

"Vom Rauchzeichen zum Internet: Geschichte der Telekommunikation in Wien" - bei diesem Tour-Traum für Nerds erfährt man, dass es ein Österreicher war, der nicht nur die Briefmarke, sondern auch die Postkarte erfunden hat. Weiters gab es in Wien die erste regelmäßige Postkutschenverbindung und das einst längste Rohrpostnetz Europas. Jetzt, da einem diese Vorreiterrolle Österreichs im Postwesen bekannt ist, kommt einem das Thema der Tour gar nicht mehr so weit hergeholt vor. Während der Stadtführung entwickelt man sich vom Rauchzeichen weiter bis zum Internet. Jede neue Erfindung hat dabei die Gesellschaft grundlegend verändert. Also, Smartphone einpacken und zuhören.

#Urinsammler und Rohrpostbeamten

Bei der Tour mit dem sperrigen Titel "Nachtwächter und andere verloren gegangenen Berufe" erfahren die Gäste, welche Erfindungen neue Berufe hervorbrachten und dafür alte verschwinden ließen. Oder wer erinnert sich noch an den Urinsammler, Abtrittanbieter oder die Rohrpostbeamtin? Es gibt noch viele Straßen, die an diese verschwundenen Berufe von damals erinnern und zu diesen wird spaziert.

#Das hässliche Wien

Jeder weiß, dass Wien schön ist. Jeder Einheimische weiß aber auch, dass Wien "schirch" ist. Der Brite Eugene Quinn, der schon lange in der österreichischen Hauptstadt lebt, führt diese Tour unter dem Motto "Beauty can be boring, but ugly never is". Stationen sind der Flakturm im Augarten, das Johann Strauss-Denkmal und viele mehr. Während des Rundgangs wird abgestimmt, was denn nun tatsächlich hässlich oder doch fesch ist. So ergibt sich mit jedem Publikum eine andere Diskussion.

#Für Freunde der Nacht

Der Wiener Johann Strauss schrieb die berühmte Operette "Die Fledermaus" - inspiriert dazu wurde er dadurch, dass ihm eine Fledermaus ins Schlafzimmer flog. Die Donaumetropole ist nämlich die fledermausreichste Stadt Europas. Deswegen gibt es hier auch eine Stadtführung namens "Wiener Fledermaus Safari": Eine Stunde vor Sonnenuntergang macht man sich auf um die Tiere bei ihren nächtlichen Jagdflügen über die Dächer Wiens zu beobachten.

November 2017

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Viktoria Graf
Viktoria Graf
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