18.10.2017 17:02 |

Kein Kassenbon etc.

"Extrawürstel" für Buffet in Wiener Amtsgebäude

Während Standler und Bäcker für jedes Mini-Vergehen bestraft werden, geht der Wiener Magistrat in seinen eigenen Hallen offenbar eher locker mit Vorschriften um. Ausgerechnet im Amtshaus Muthgasse, wo Bürger ihre Verwaltungsstrafen einzahlen, gibt es ein Frühstücksbuffet, das sich einige "Extrawürstel" herauspickt.

Leser-Fotos von Mittwoch, die der "Krone" anonym zugespielt wurden, zeigen: Die Verkäuferin am Wischiwaschi-Verkaufsstand nahe dem Eingangsbereich trägt keine Hygienehandschuhe. Vor den Mehlspeisen, die in Schachteln für alle offen angeboten werden, gibt es keinen Spritzschutz. Ein Passant: "Jeder kann auf die Ware husten oder niesen." Und es fehlt die Registrierkasse.

"Offenbar Sonderprivilegien"
Kassiert wird per Handkasse. Selbst auf Nachfrage bekam man keinen Kassenbon ausgehändigt. "Wie geht das? Jeder Gastro- und Standbetreiber hätte sofort eine dicke Strafe am Hals. Für Magistratsgebäude gelten offenbar Sonderprivilegien", wettert Alfred Haberl, Generalsekretär des BZW - die Stadtpartei.

Bewilligung nur auf öffentlichem Grund nötig
Marktamt-Sprecher Alexander Hengl klärt auf: "Der Stand wurde von uns bereits kontrolliert. Einer Bewilligung bedarf es nur auf öffentlichem Grund, von uns wurde daher keine Bewilligung erteilt." Handschuhe seien nicht zwingend vorgeschrieben, es müsse nur eine nahe Waschgelegenheit geben. "Registrierkassen sind nicht Sache der MA 59, daher kann ich hier keine Rechtsauskunft geben", sagt Hengl.

Alex Schönherr, Kronen Zeitung

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