20.12.2006 15:03 |

Zwangsscheidung

Mutter nach Zwangsscheidung in Haft

Eine Frau in Saudi-Arabien ist seit sechs Monaten mit ihrem Baby im Gefängnis, weil sie sich ihrer Familie widersetzt hat und sich nicht von ihrem Mann scheiden lassen will. Laut einem Bericht der Zeitung "Arab News" vom Mittwoch hatten zwei Halbbrüder der 34-Jährigen in der Stadt Dschouf im Norden des islamischen Königreichs im Juli 2005 in Abwesenheit der beiden Eheleute deren Scheidung beantragt.

Zur Begründung gaben sie an, Mansur al-Timani habe seine Stammeszugehörigkeit verschleiert, als er bei dem inzwischen gestorbenen Vater um die Hand von Fatima anhielt. Der Richter gab dem Antrag der Halbbrüder statt.

Das Paar, das seit drei Jahren verheiratet ist, erfuhr zunächst nichts von der Scheidung. Als die Eheleute schließlich hörten, was geschehen war, flohen sie in die Hafenstadt Dschidda, wo sie schließlich festgenommen wurden.

Der Mann wurde wieder freigelassen. Doch seine Frau musste ins Gefängnis, weil sie sich weigerte, "in die Obhut ihrer Familie zurückzukehren". Dort sitzt sie nun mit ihrem elf Monate alten Sohn Salman ein, während ihre zwei Jahre alte Tochter Noha beim Vater lebt.

Der Ehemann erklärte der Zeitung, die Aufseher im Gefängnis erlaubten ihm nun nicht mehr, mit Fatima zu telefonieren, mit der Begründung, die beiden seien ja nicht mehr verheiratet. Über den Berufungsantrag der Frau, der am 7. Oktober eingereicht wurde, ist noch nicht entschieden. Fatima soll sich aber entschieden haben, "das Gericht nur im Arm meines Mannes zu verlassen."