Mo, 22. Oktober 2018

"Krone"-Ombudsfrau

13.10.2017 10:15

Grotesker Fall einer abgelehnten „Hacklerpension“

Fast 40 Jahre arbeitet ein Leser in einer Straßenmeisterei. Sein Antrag auf frühzeitigen Pensionsantritt wegen Schwerarbeit wurde abgelehnt. Die Groteske: Einem gleichaltrigen Kollegen, der ebenfalls seit vier Jahrzehnten denselben Job in derselben Firma ausübt, wurde die "Hacklerpension" jedoch genehmigt…

Winterdienst, Kanäle reinigen, Asphaltier- und Mäharbeiten. Diese und andere Aufgaben versieht Josef K. (Name von der Redaktion geändert) seit dem Jahr 1978 in einer österreichischen Straßenmeisterei. Eine körperlich fordernde und anstrengende Tätigkeit. Deshalb stellte der 60-Jährige bei der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) einen Antrag auf Zuerkennung von Schwerarbeitszeiten. "Damit ich 2018 nach 40 Arbeitsjahren in Pension gehen kann", so der Arbeiter.

Ein gleichaltriger Kollege, der wie Herr K. seit vier Jahrzehnten in der Straßenmeisterei beschäftigt ist, und die gleiche Tätigkeit ausübt, stellte einen ebensolchen Antrag. Beide Begehren wurden von der PVA abgelehnt. Weshalb die Männer Klage vor dem Arbeits- und Sozialgericht einbrachten. Im Fall von Herrn K. stellte der Gutachter im Zuge des Verfahrens bei Gericht fest, dass Schwerarbeit nicht gegeben ist. Mangels Erfolgsaussicht zog Herr K. seine Klage daraufhin zurück. Derselbe Gutachter entschied im Fall des Kollegen aber FÜR diesen.

15 Tage Schwerarbeit pro Monat nicht erreicht
Der Teufel steckt nämlich im Detail. Weil Herr K. mit dem Gemeinschaftsbus, sein Kollege aber mit dem Privat-Pkw direkt zu den Arbeitseinsätzen fährt, kann dieser länger schwere Arbeit verrichten - während der Leser noch mit dem Bus auf dem Weg ist. Weiterer Grund: Donnerstags ist in der Straßenmeisterei früher Arbeitsschluss. Deshalb erreichte Herr K. nicht die nötigen 15 Tage Schwerarbeit pro Monat.

Er darf nun erst 2019 mit 62 in Pension gehen, sein Kollege nächstes Jahr. Wirklich grotesk, welch große nachteilige Wirkung ein vermeintlich kleiner Umstand haben kann!

 Ombudsfrau
Ombudsfrau

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.