Di, 21. August 2018

Attentäter-Kontakte

11.10.2017 05:57

Salzburg: IS-Rekrutierer im Asylquartier gefasst

Ein Streit um ein Handy in einem Salzburger Flüchtlingsquartier brachte die Fahnder auf die Spur eines Terrorverdächtigen! Der 29-jährige Marokkaner Amine S., der sich gegenüber den Behörden zunächst als 21-jähriger Ägypter mit dem Namen Amir A. ausgab, geriet am 20. September mit einem Nordafrikaner in Streit, dann flog alles auf.

Der Verdächtige soll bereits seit 2012 kreuz und quer durch Europa gereist und ein Sympathisant des Islamischen Staates sein. In seinem Asylquartier in der Gemeinde Bergheim soll er aktiv versucht haben, Flüchtlinge für den bewaffneten Kampf zu gewinnen.

Interpol warnte ausdrücklich
Obwohl die Ermittler bei der Einvernahme darauf hinwiesen, dass der Marokkaner einer terroristischen Vereinigung angehören könnte, entschied die Journalstaatsanwältin noch am selben Tag: Anzeige auf freiem Fuß! Und weil gegen den Marokkaner wegen des Streites auch ein Betretungsverbot ausgesprochen wurde, tauchte der Terrorverdächtige sofort unter. Und das, obwohl Interpol die österreichischen Behörden vor dem Marokkaner bereits im August, als der Asylwerber illegal nach Österreich einreiste, ausdrücklich gewarnt hatte.

Amine S., der unter mehreren Alias-Namen in fünf europäischen Staaten, zuletzt auch in Österreich, Asylanträge gestellt hat, war bereits wegen Suchtgifthandel und mehrerer Diebstähle aktenkundig.

Kämpfer für den IS angeworben
Besonders brisant: Amine S. soll zu Salah Abdesalam, einem der hauptverdächtigen Paris-Attentäter, Kontakt gehabt haben. Der Marokkaner hatte keine konkreten Anschlagspläne für Österreich, doch er beabsichtigte, nachdem er hier Kämpfer für den Islamischen Staat angeworben hatte, mit ihnen nach Syrien zu gehen, um dort den Islamischen Staat bei Terror-Aktionen zu unterstützen.

AGM-Fahnder, die den Terrorverdächtigen eine Woche nach seiner Freilassung im Stadtgebiet von Salzburg erkannten, gelang es, den Mann erneut festzunehmen. Jetzt wollen Terror-Experten das Handy des Verdächtigen durchleuchten, um seinem Netzwerk auf die Spur zu kommen.

Wolfgang Weber und Michael Pichler, Kronen Zeitung

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