19.12.2006 18:47 |

Keine Waffenruhe

Kämpfe zwischen Hamas und Fatah flackern auf

Ungeachtet eines Waffenstillstands sind die Kämpfe zwischen Angehörigen der verfeindeten palästinensischen Organisationen Hamas und Fatah am Dienstag abermals eskaliert. Am Morgen kam es zu einer Schießerei vor einem Krankenhaus in Gaza. Dabei kamen mindestens drei Menschen ums Leben. Am Nachmittag wurde das Hauptquartier der Fatah-kontrollierten Sicherheitskräfte von Hamas-Kämpfern umstellt.

Etwa hundert bewaffnete Hamas-Aktivisten umzingelten das Gebäude in Jabalija. Laut einem Polizeioffizier versuchten dutzende Hamas-Kämpfer einen Sturmangriff auf das Hauptquartier. Aus Sicherheitskreisen hieß es, die dem palästinensischen Präsidenten Abbas ergebenen Sicherheitskräfte hätten zuvor ein Hamas-Mitglied festgenommen, die Kämpfer der Hamas wollten den Mann nun befreien.

Die Gefechte breiteten sich auch auf andere Gebiete von Gaza aus. Das Hauptquartier des Geheimdienstes wurde mit Mörsern und Granaten angegriffen. Auch das Automobil des Gouverneurs des nördlichen Gaza- Streifens wurde beschossen. Bei der Residenz von Präsident Abbas in Gaza fielen ebenfalls Schüsse.

Neuwahlen stehen bevor
Der palästinensische Ministerpräsident Haniyeh rief unterdessen zu einem Ende der gewaltsamen Auseinandersetzungen auf. Die rivalisierenden Gruppen müssten vereint gegen Israel kämpfen, sagte Haniyeh, der der radikalislamischen Hamas angehört. "Diese Nation, dieses Volk, wird eine vereinigte Front bilden gegen Besatzung und Aggression", sagte Haniyeh in einer im Fernsehen übertragenen Rede.

Die Ankündigung von Abbas vom Samstag, vorgezogene Parlaments- und Präsidentenwahlen abhalten zu lassen, hatte den Machtkampf mit der regierenden Hamas von Premier Haniyeh auf einen neuen Höhepunkt getrieben. Die Hamas, die die Wahlen vom Jänner gewonnen hatte, sprach von einem "Staatsstreich gegen den Volkswillen".