Mo, 21. Jänner 2019

Staatsvertrag

28.09.2017 19:45

Himmel kennt keine Grenzen mehr

Mehr Bedeutung für den Heeres-Standort Salzburg: Kommende Woche erfolgt die offizielle Kommandoübergabe der Luftstreitkräfte, die von der Schwarzenbergkaserne aus befehligt werden. Am Donnerstag unterzeichnete Minister Hans Peter Doskozil einen Staatsvertrag mit der Schweiz - die Grenzen am Himmel fallen.

Salzburg übernimmt die komplette Luft-Hoheit: Kommenden Dienstag erfolgt die offizielle Kommandoübergabe der Luftstreitkräfte. Ein Festakt beim Hangar-7. Dann wird Brigadier Karl Gruber aus Salzburg, seit 2013 "Air-Chief" (also der internationale Vertreter der Luftstreitkräfte) und seit September Chef der Luftstreitkräfte, das Kommando über 3500 Mitarbeiter sowie alle fliegenden Einheiten - vom Hubschrauber bis zum Eurofighter sowie von der Radaranlage bis zur Fliegerabwehr führen. Die Zentrale ist (wie berichtet) in der Schwarzenbergkaserne, wo bereits seit Jänner die benötigten Umstrukturierungen erfolgten.

Kommandoübergabe: Salzburg wird zur Eurofighter-Zentrale Staatsvertrag mit Schweiz fertig

Mit dem Bunker in St. Johann, wo das Herzstück der Luftüberwachung untergebracht ist, führt Salzburg das Kommando am Himmel.

Kein Zufall also, dass Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil die Schwarzenbergkaserne für die Unterzeichnung eines neuen Staatsvertrags mit der Schweiz wählte. Mit seinem Amtskollegen Guy Parmelin fixierte er den Pakt "Nacheile", der salopp formuliert die Grenzen am Himmel fallen lässt. Bisher konnten verdächtige Flieger nur jeweils bis zur Landesgrenze verfolgt werden. Dann musste die Luftflotte des anderen Staats übernehmen.

"Auffällige oder nicht identifizierte Flugobjekte können nun lückenlos überprüft werden", so Doskozil. Die Schweizer Armee darf nun über österreichisches Territorium fliegen, allerdings ohne Waffeneinsatz.

Doskozil plant weitere Staatsverträge mit Österreichs Nachbarstaaten. Priorität hat Deutschland. Für Neo-Kommandeur Gruber die Aufgabe: "Ausarbeiten, wie der Anlass-Fall abläuft."

Max Grill, Kronen Zeitung

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