Sa, 23. Juni 2018

Neu verlegt

28.09.2017 23:30

32 Stolpersteine

Jeder einzelne ist ein Mahnmal. Fußgänger eilen im Alltag darüber hinweg. 356 Stolpersteine prägten das Stadtbild von Salzburg bereits, am Donnerstag kamen 32 neue dazu. Sie geben den Opfern des NS-Regimes einen Namen. Künstler Gunter Demnig war mit einem Bautrupp des Magistrates im Verlege-Einsatz.

Julius Faist. Margarethe Schallmooser. Friedrich Krempler. Eleonore Stöckl. Hermann Hager. Maria Aigner. Sie alle wurden verfolgt und von den Nazis getötet. Viele waren krank, wurden aus Einrichtungen wie der Pflegeanstalt Schernberg im Pongau verschleppt.

Fast 400 kleine Metallplatten mit Namen der NS-Opfer
prägen Stadtbild nach 10 Projekt-Jahren

Künstler Gunter Demnig hat den Hut tief ins Gesicht gezogen. Er schneidet den Asphalt an der Späthgasse 10 ein. Die Hackler von der Bauregie des Magistrats stemmen nach. Mit dem Staub wirbelt es die Erinnerung an die Zeiten damals neu auf. Eleonore Stöckl, gebürtig aus Schärding, hat hier gewohnt. Sie war Kinder- und Dienstmädchen, lebte zum Schluss in Schernberg. "99 Prozent der ersten Opfer kamen aus der Unterschicht", erinnert Historiker Gert Kerschbaumer an die Verbrechen der Nazis. Erster Erinnerungsstein vor zehn Jahren verlegt"Ihr Schicksal soll niemals in Vergessenheit geraten", sagen die Initiatoren des Stolperstein-Projektes. Schon vor zehn Jahren wurde der erste kubische Erinnerungsstein mit persönlicher Inschrift in Salzburg positioniert. Bei der mittlerweile elften Verlegung erinnerte man auch an rund 100 Todesurteile, die in der NS-Zeit am Salzburger Landesgericht gefällt wurden.

Künstler mit Bautrupp im Einsatz

"Die Bauregie unter der Leitung von Michi Wanner hat uns von Anfang immer großartig unterstützt", lobt Mitinitiatorin und Politikerin Ingeborg Haller. Paten für die Verlegung sind immer rasch gefunden. "30 Steine hatten wir im Netz in zwei Tagen vergeben", so Kerschbaumer. Nationalratskandidatin Christine Steger (Grüne) unterstützt es. Auch Peter Gasser - eigentlich Burgenländer, der oft beruflich in Salzburg ist - ermöglicht die Erinnerung an Eleonore Stöckl: "Weil mich das Projekt generell interessiert und ich einen Beitrag leisten will." Eine weitere Beobachterin legte eine Rose auf den Asphalt

Sabine Salzmann, Kronen Zeitung

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