Fr, 14. Dezember 2018

Neu verlegt

28.09.2017 23:30

32 Stolpersteine

Jeder einzelne ist ein Mahnmal. Fußgänger eilen im Alltag darüber hinweg. 356 Stolpersteine prägten das Stadtbild von Salzburg bereits, am Donnerstag kamen 32 neue dazu. Sie geben den Opfern des NS-Regimes einen Namen. Künstler Gunter Demnig war mit einem Bautrupp des Magistrates im Verlege-Einsatz.

Julius Faist. Margarethe Schallmooser. Friedrich Krempler. Eleonore Stöckl. Hermann Hager. Maria Aigner. Sie alle wurden verfolgt und von den Nazis getötet. Viele waren krank, wurden aus Einrichtungen wie der Pflegeanstalt Schernberg im Pongau verschleppt.

Fast 400 kleine Metallplatten mit Namen der NS-Opfer
prägen Stadtbild nach 10 Projekt-Jahren

Künstler Gunter Demnig hat den Hut tief ins Gesicht gezogen. Er schneidet den Asphalt an der Späthgasse 10 ein. Die Hackler von der Bauregie des Magistrats stemmen nach. Mit dem Staub wirbelt es die Erinnerung an die Zeiten damals neu auf. Eleonore Stöckl, gebürtig aus Schärding, hat hier gewohnt. Sie war Kinder- und Dienstmädchen, lebte zum Schluss in Schernberg. "99 Prozent der ersten Opfer kamen aus der Unterschicht", erinnert Historiker Gert Kerschbaumer an die Verbrechen der Nazis. Erster Erinnerungsstein vor zehn Jahren verlegt"Ihr Schicksal soll niemals in Vergessenheit geraten", sagen die Initiatoren des Stolperstein-Projektes. Schon vor zehn Jahren wurde der erste kubische Erinnerungsstein mit persönlicher Inschrift in Salzburg positioniert. Bei der mittlerweile elften Verlegung erinnerte man auch an rund 100 Todesurteile, die in der NS-Zeit am Salzburger Landesgericht gefällt wurden.

Künstler mit Bautrupp im Einsatz

"Die Bauregie unter der Leitung von Michi Wanner hat uns von Anfang immer großartig unterstützt", lobt Mitinitiatorin und Politikerin Ingeborg Haller. Paten für die Verlegung sind immer rasch gefunden. "30 Steine hatten wir im Netz in zwei Tagen vergeben", so Kerschbaumer. Nationalratskandidatin Christine Steger (Grüne) unterstützt es. Auch Peter Gasser - eigentlich Burgenländer, der oft beruflich in Salzburg ist - ermöglicht die Erinnerung an Eleonore Stöckl: "Weil mich das Projekt generell interessiert und ich einen Beitrag leisten will." Eine weitere Beobachterin legte eine Rose auf den Asphalt

Sabine Salzmann, Kronen Zeitung

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Zehner-Meisterschaften
Formatänderung der Regionalliga West beschlossen!
Fußball National
0:2 gegen Wolfsburg
Nürnberg verliert wieder, Margreitter spielt durch
Fußball International
Adler disqualifiziert
Stefan Kraft Zweiter der Engelberg-Qualifikation!
Wintersport
„Dunkelrote“ Karte
Quaresma rastet nach Katz-und-Maus-Spiel aus!
Fußball International
Zeugnis für Österreich
EU-Vorsitz: Großes Lob aus Brüssel, Kritik von SPÖ
Österreich
U-Haft verhängt
Terrorverdacht: Geprügelte Frau verpfeift Gatten
Niederösterreich
Olympia-Dritte im Pech
Schwere Verletzung! Schock um ÖSV-Lady Gallhuber
Wintersport
Goalie-Schicksal
Sahin-Radlinger kehrt zu Hannover 96 zurück
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.