B.A.C.A.

Biker machen sich für misshandelte Kinder stark

"Harte Schale, weicher Kern": Das geläufige Sprichwort trifft wohl nirgends eher zu, als auf die Mitglieder des Biker-Vereins "B.A.C.A." - Bikers against Child Abuse. 2016 in Österreich gegründet, haben sie es sich zum Ziel gemacht, missbrauchten Kindern Kraft zu geben um ohne Angst zu leben. Ehrenamtlich.

B.A.C.A. wurde 1995 von John Paul "Chief" Lilly in den USA gegründet. Der lizensierte klinische Sozialarbeiter, Spieltherapeut und Teilzeit-Dozent hatte den überwiegenden Teil seiner mehr als 20-jährigen Praxsierfahrung mit der Behandlung missbrauchter Kinder verbracht. Im Zuge dessen wurde ihm bewusst, dass das "System" viel bietet um missbrauchte Kinder bei ihrem Heilungsprozess zu unterstützen, jedoch ebenso auch noch zahlreiche weitere Möglichkeiten zulässt um diesen noch mehr Sicherheit und Schutz zu bieten.

Aus diesem Grund hat er seine Liebe zum Motorrad und mit seiner Ausbildung kombiniert und angefangen sich gemeinsam mit ausgewählten Motorrad-Freunden in den Dienst der guten Sache zu stellen.

Seit Kurzem ist B.A.C.A. nun auch in Österreich aktiv. "Der Verein wurde 2016 in Österreich gegründet, die Gemeinnützigkeit wird aktuell angestrebt. Gründungsinitiativen gibt es bereits seit Anfang 2015 in Wien und in Linz seit  2014. Zuletzt folgte Salzburg im Jahre 2015. In allen drei Regionen befinden sich nun im Training befindliche Temporäre Chapter, die auf die Arbeit mit Kindern vorbereitet werde.", so "TomTom", Präsident des Wiener Chapter.

"Zufriedenstellendes Führungszeugnis notwendig!"
Sobald eine Gruppe Biker ein B.A.C.A. Chapter gründen möchte, wird nach den ersten Kennenlerngesprächen der Background Check / Führungszeugnis jedes Einzelnen verlangt ‐ Nur Personen mit bei B.A.C.A. registriertem, zufriedenstellendem Führungszeugnis dürfen bei B.A.C.A. mit Kindern arbeiten. "Eine solche Kontrolle ist für uns natürlich essentiell!", betont TomTom, "vor allem ob der Zusammenarbeit mit Kindern!"

Danach beginnen unterschiedliche Schulungen welche von allen erfolgreich abgeschlossen werden müssen.

"Chapter wachsen"
"Das Training umfasst viele Bereiche und Kapitel. Anfangs sind es Basics wie: wer sind wir, wofür stehen wir, was ist die Mission. Verhaltensregeln und Grundsätze für ein erfolgreiches  Chapter und das Leben in der Biker Community.", erklärt "Spirit", Vize-Präsident des Wiener Chapters. Anschließend werden Trainings absolviert die den sicheren Umgang mit missbrauchten Kindern zum Inhalt haben. "Hierbei geht es darum, sich in Gegenwart eines missbrauchten Kindes so zu verhalten, dass Vertrauen aufgebaut wird und keine Fehler passieren, die dem Kind möglicherweise schaden. Denn eines wollen wir nicht, dem betroffenen Kind weiteres Leid zufügen!", Spirit weiter. Die Trainings sind weltweit gleich aufgebaut und ermöglichen so einen Standard, der durch alla Mitglieder in B.A.C.A. erfüllt werden muss, um erfolgreich mit Kindern zu arbeiten.

Bei all diesen Trainings steht ein erfahrenes langjähriges Mitglied zur Verfügung um Fragen und Antworten sowie Erfahrungen zu übermitteln. Alle im Training befindlichen Chapter haben einen festen Ansprechpartner, der sie in der gesamten Ausbildungsphase schult und unterstützt. Für Österreich ist der State President aus dem benachbarten Deutschland zuständig.

Totz der aufwendigen Aufnahmekriterien wachsen die Chapter in Österreich ständig, mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Mitgliedern, die es sich zum Ziel gemacht haben, missbrauchten Kindern Kraft zu geben um in einer Welt ohne Angst leben zu können.

"Gespräche zur Aufnahme weiterer Kinder"
Kooperationen mit Hilfsorganisationen sind angedacht, eine gute Zusammenarbeit wird angestrebt. "Wir sind dran, es gibt bereits Erstkontakte mit der Möwe und wir würden uns eine Zusammenarbeit wünschen, weil wir ja beide das gleiche Ziel verfolgen: Dem Kind zu helfen. Wir wollen dabei jedenfalls nicht die Rolle eines Therapeuten übernehmen (!), sondern wollen dem Kind Kraft geben, ohne Angst zu leben. Also meiner Meinung nach, eine gute Ergänzung zur Therapie, nicht mehr und nicht weniger", TomTom überzeugt.

Aktuell wird in Wien ein Kind durch die Mitglieder von B.A.C.A. betreut, es gibt jedoch bereits Gespräche zur Aufnahme weiterer Kinder. "Wir befinden uns in regelmäßigem Dialog mit betroffenen Familien."

"Anzeige notwendig!"
Grundsätzlich kann sich jeder bei B.A.C.A. melden, der Unterstützung braucht, es gibt jedoch gewisse Voraussetzung die erfüllt werden müssen, damit die Biker dann auch entsprechende Hilfe leisten.

TomTom erklärt: "Die Anzeige über den Missbrauch muss aktenkundig sein, das heißt es muss eine Aktenzahl bei der Polizei bzw. bei Gericht vorhanden sein, um auszuschließen, dass wir als Biker für familieninterne Streitigkeiten genutzt werden. Anschließend, wenn sich ein Elternteil am Notfalltelefon (+43 (0)664 87 00 637) gemeldet hat, wird eine Checkliste durchgegangen und ein Termin für einen persönlichen Erstkontakt mit der Familie vereinbart. Bei diesem wird nochmals deutlich darauf hingewiesen, dass wir nicht der Unterstützung des Elternteils dienen, sondern ausschließlich dem Kind die Unterstützung zu geben, wieder Selbstvertrauen und Sicherheit für ein normales Leben ohne Angst zu erlangen."

Die Kinder werden grundsätzlich bis zur Volljährigkeit betreut. "Aber einmal B.A.C.A. Kind, immer B.A.C.A. Kind!", stellt Spirit klar.

Ehrenamtliche Unterstützung
B.A.C.A.  ist ein gemeinnütziger Verein, der sich ausschließlich durch Spenden finanziert. Es werden keine Mitgliedsbeiträge oder sonstige Beträge von den Mitgliedern eingenommen. Zusätzliche Finanzierungen werden bei Veranstaltungen als auch durch den Verkauf von Merchandise-Artikeln generiert. Der jährliche weltweit durchgeführte "100 Mile Ride" (immer am 3. Wochenende im Mai), dient sowohl dem Kennenlernen von neuen Interessenten, dem Spenden sammeln als auch dem Bekanntmachen von B.A.C.A. in der jeweiligen Region durch eine gemeinsame Ausfahrt.

TomTom, Präsident des Wiener Chapters: "Alle Biker, Member und Supporter in einem Chapter arbeiten ehrenamtlich und opfern sehr viel ihrer Freizeit, dies geht nur, wenn uns die eigene Familie in unserem Tun unterstützt und dafür möchten wir DANKE sagen."

Informationen zu B.A.C.A. gibt es unter: http://austria.bacaworld.org

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Julia Ichner
Julia Ichner
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