Fr, 22. Juni 2018

Georg Pangl

26.09.2017 07:24

CL: Ein Österreicher sagt Giganten den Kampf an

Die Kluft zwischen Reich und Arm wird noch gewaltiger. Das ist mit der Reform der Champions League ab 2018/2019 fix: Doch der Verband europäischer professioneller Fußballligen mit dem österreichischen Generalsekretär Georg Pangl will die Reform wegen der Geldverteilung möglichst rasch wieder kippen!

In den nächsten drei Europacup-Saisonen werden die Giganten noch reicher. Dafür sorgt die Reform. Zum einen wird jede Topliga mehr Fixplätze haben, es nur noch sechs Plätze über die Qualifikationen geben.

3,2 Milliarden Euro Einnahmen
Zum anderen wird die Königsklasse viel lukrativer. Man schätzt, dass die Einnahmen der Champions League dank der TV-Rechte dann 3,2 Milliarden Euro pro Spielzeit betragen, die unter den 32 Teilnehmern aufgeteilt werden. Letzte Saison verdiente Sieger Real rund 54 Millionen Euro, nach dem neuen System hätten die "Königlichen" 135 Millionen abgeräumt! Während es für 700 Vereine, die nicht im Europacup starten, eine Solidaritätszahlung von 128 Millionen Euro gibt, ca. 180.000 pro Klub

660 Millionen Euro mehr
Für sie setzt sich die EPFL mit Georg Pangl ein. Der frühere Bundesliga-Vorstand und Champions-League-Eventmanager rechnet vor: "Nehmen wir Schachtjor Donezk, das jedes Jahr dabei ist, aber meist in der Gruppe ausscheidet. Der Klub würde über neun Jahre hinweg rund 660 Millionen Euro mehr verdienen als etwa die Austria, wenn sie nie die Königsklasse erreicht." Die kleinen Klubs wären bald nicht mehr konkurrenzfähig.

Auch Ceferin skeptisch
Künftig werden auch noch historische Leistungen der Vereine honoriert. "Real würde allein ein Antrittsgeld von rund 35 Millionen Euro bekommen, da sind die Puskas-Tore aus den 50ern noch immer etwas wert. Die Austria oder Salzburg ein bis zwei Millionen", so Pangl. Mittlerweile hat die EPFL durch Präsident Lars-Christer Olsson eine Stimme im 17-köpfigen UEFA-Exekutivkomitee erlangt. Und mit Aleksander Ceferin gibt es einen UEFA-Boss, den das Ungleichgewicht auch stört. So erklärte der Slowene erst kürzlich, sich für eine Gehaltsobergrenze der Fußballer und eine Transferluxussteuer einsetzen zu wollen.

"Außerdem sind die Ligen selbst teils nicht begeistert", verrät Pangl. "Die Vorstände in England und Spanien befürchten, dass das Geld für ihre Europacup-Vertreter zu einem größeren Gefälle in der Liga führen würde." Für den Zyklus zwischen 2018 und 2021 scheint nicht mehr viel zu machen zu sein. Pangl: "Aber es ist das erklärte Ziel der EPFL, die Reform danach zu kippen und durch einen gerechteren Modus zu ersetzen!"

Gernot Bachler, Kronen Zeitung

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