Sa, 15. Dezember 2018

Anwaltskammer

19.09.2017 15:45

1,9 Millionen rückerstattet

Er lebte wie Gott in Frankreich - das kam den Klienten eines Hausruckviertler Anwalts teuer zu stehen. Dieser steht, wie berichtet, im Verdacht, fast drei Millionen Euro Kundengeldern veruntreut zu haben. Der Vertrauensschadensfonds der oö. Rechtsanwaltskammer erstattet zwei Drittel des Schadens schon rück.

Der Hausruckviertler Rechtsanwalt soll jahrelang einen mehr als exklusiven Lebensstil  mit Besuchen in Haubenlokalen und verlängerten Wochenenden in teuren Wellnesshotels gepflegt haben. Diesen noblen Lebensstil soll er mit Klientengeldern finanziert haben, die er bei  Immobiliengeschäften verwalten sollte - so die Verdachtslage.

Anonyme Anzeige
Am 7. Juli war eine anonyme Anzeige bei der Welser Staatsanwaltschaft eingetrudelt, dann ging es Schlag auf Schlag. Die Rechtsanwaltskammer, die rechtlich gesehen eine Behörde ist, konfrontierte den Anwalt mit den Vorwürfen. Dieser legte daraufhin seine Befugnis nieder, entkam so wenigstens den disziplinarrechtlichen Konsequenzen.

Vertrauensschaden wird von Kammer ersetzt
Der Vertrauensschadensfonds der Rechtsanwaltskammer OÖ beschloss mittlerweile zwei Drittel des angerichteten Schadens - es handelt sich um 1,9 Millionen Euro - an die geschädigten Klienten rückzuerstatten, erklärt Kammer-Vizepräsident René Lindner.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt noch weiter
Gegen den  Anwalt soll die Welser Staatsanwaltschaft wegen Veruntreuung, Untreue und schweren gewerbsmäßigen Betrugs ermitteln.

René Lindner kümmert sich für die Anwaltskammer um die Schadensabwicklung.

"Krone": Sie haben gute Nachrichten für die geschädigten Hausruckviertler Klienten.
René Lindner: Ja, wir haben am vergangenen Mittwoch beschlossen, dass der Vertrauensschadensfonds unserer Kammer alle bekannten Schäden abdecken wird. Jene Personen, die geschädigt wurden und deren Ansprüche bereits endgültig geklärt sind, bekommen zu hundert Prozent Ersatz.

"Krone": Um welche Beträge geht es dabei genau?
Lindner: Damit dürften etwa zwei Drittel der Schadenssumme abgedeckt sein. Die Rechtsanwaltskammer beleuchtet alle noch offenen Fälle, um allfällige Schäden wieder gut zu machen.

"Krone": Wie geht es mit Ihrem Kollegen weiter?
Lindner: Dazu müssen Sie die Staatsanwaltschaft Wels befragen.

Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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