Do, 21. Juni 2018

Verkehr

18.09.2017 20:21

Experte rät zu sicheren „Überhol-Zonen“

Schon wieder ein tödlicher Verkehrsunfall in Salzburg: Ein Autolenker überholte am Sonntag Abend trotz doppelter Sperrlinie auf der Wiener Bundesstraße nach der Umfahrung in Henndorf. Er prallte frontal in den entgegenkommenden Wagen einer Oberösterreicherin. Diese verstarb noch an der Unglücksstelle.

Erst in der Nacht zum Sonntag war ein Deutscher in Lofer auf der Pinzgauer-straße mit seinem Auto ausgeschert, weil er dachte, sie sei zweispurig. Beim unvermeidlichen Zusammenstoß kam eine 50-Jährige aus Unken im Gegenverkehr ums Leben. Der Deutsche blieb unverletzt.

Entgegenkommende Frau hatte keine Chance
Ebenfalls ein Todesopfer forderte dann am Sonntag gegen 19 Uhr der Unfall in Henndorf. Ein 28-jähriger Lenker überholte in einer lang gezogenen Rechtskurve kurz nach der Umfahrung Henndorf in Richtung seiner Heimatstadt Neumarkt einen langsamer fahrenden Lenker. Er übersah den entgegenkommenden Wagen einer in Frankenmarkt (OÖ) lebenden Frau (63). Durch die Wucht des Zusammenstoßes wurde ihr Wagen zwanzig Meter zurückgeschleudert. Sie hatte keine Überlebenschance.

Der 28-Jährige, seine gleichaltrige Frau, sowie die Tochter (6) und der Sohn (1) wurden leicht verletzt. Die Polizei rief Gutachter Gerhard Kronreif. "Ich werde für die Staatsanwaltschaft den Hergang rekonstruieren. Ich habe Spuren gesichert." Die Autos - der 28-Jährige fuhr einen BMW, die Frau einen Opel Corsa - wurden sichergestellt.

Mehr Überholmöglichkeiten schaffen
Kronreif hat auch die Wracks aus Lofer, einen Audi A7 (diesen fuhr der Deutsche) und einen Fiat Punto, untersucht. "Da zeigt sich, dass größere Autos einfach sicherer sind. Bei beiden Fällen hatten die Wagen der Frauen nur das halbe Gewicht von denen, mit denen die Männer unterwegs waren. Mit den kleinen Autos hat man bei einem Zusammenstoß mit hoher Geschwindigkeit kaum eine Chance", bilanziert Kronreif.

Der Top-Experte befasst sich mit dem Thema der Überholvorgänge. Kronreif rät den Verkehrsplanern, mehr Überholmöglichkeiten zu schaffen.

"Auf der Lamprechtshausener Bundesstraße gibt es immer wieder tödliche Unfälle. Die Lenker haben oft ,Überholdruck’, weil wenn sie oft länger einem Langsameren nachfahren, Dann überholen sie auch an gefährlichen Stellen. Deswegen müsste man auf längeren Strecken einfach einmal zweispurige Bereiche schaffen, wo die Lenker legal beschleunigen können. Darauf sollte auch mit Schildern samt Kilometerangabe hingewiesen werden. In der Schweiz gibt es das bereits."

Manuela Kappes, Kronen Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.