So, 16. Dezember 2018

Interview

17.09.2017 20:37

„Für den Verein kann es auch in die Hose gehen“

Anif-Obmann Schnöll weiß: Es braucht im Ausweichquartier Grödig mindestens 1000 Fans im Cup gegen Sturm, sonst droht Minusgeschäft

Herr Schnöll, Mittwoch (18) wartet in der 2. ÖFB-Cup-Runde mit Sturm Graz der Bundesliga-Tabellenführer auf Westligist Anif. Wie sehr freut sich der Obmann auf das Spiel?

Für die Mannschaft ist es geil, sportlich ein Wahnsinn. Für den Verein kann es auch in die Hose gehen.

Inwiefern?

Nun, wir können nicht im eigenen Stadion spielen. Da es ein Live-Spiel in ORF Sport plus ist, es auch um Sicherheitsaspekte geht, müssen wir nach Grödig ausweichen. Das heißt, wir haben Stadionmiete, Polizei (laut Bescheid: 80 Polizisten, Anm. der Redaktion), Ordner und Security zu bezahlen. Und die Gastro hat Grödig. Das heißt, es müssen je nach Eingreifen der Polizei 1000 bis 1200 Zuschauer kommen, dass es zumindest ein Nullsummenspiel wird.

Für den Auswärtsverein gibt es 6500 € Fixum vom ÖFB in Runde zwei, für den Heimclub 3500, dazu Einnahmen aus Ticketing und so weiter. Das hilft in diesem Fall nur bedingt. Wie hoch ist denn die Stadionmiete?

Oft könnten wir uns das nicht leisten, es ist im unteren fünfstelligen Bereich.

Anif bestreitet ein Heimspiel ausgerechnet beim Erzrivalen - gab es da auch Widerstände im Verein?

Nein, da gibt es keine Eitelkeiten. Es gab auch gute Gespräche mit Grödig-Obmann Codalonga und Manager Haas. Beide unterstützen uns da voll.

Es zeigt aber das Dilemma: Anif ist sportlich auf einem guten Weg, kann aufgrund des fehlenden Flutlichts aber selbst im Reformjahr nicht aufsteigen. Wie ist der Stand der Dinge, wie steht die Gemeinde Anif zu dieser Investition von etwa 300.000 Euro?

Abwarten. Wir werden sicher auf die Gemeinde keinen Druck ausüben. Es ist ja nicht gesagt, dass wir schon in dieser Saison aufsteigen müssen. Und außerdem: Die Bundesliga muss sich auch nach dem einen oder anderen potenziellen Kandidaten richten.

Das heißt?

Dass der Sport im Vordergrund stehen muss. Wo ist die Sinnhaftigkeit des Sports, wenn dann etwa der Vierte aufsteigt. Was hat die 2. Liga davon?

Aber: Es gibt eben auch gewisse infrastrukturelle Rahmenbedingungen und Anif hat als einziger Salzburger Westligist kein Flutlicht.

Wir waren bis jetzt so flexibel, dass wir keines gebraucht haben. Es hat uns sportlich nicht behindert.

Noch einmal zurück zum Cup: Das Los hatte auch positive Auswirkungen ...

Definitiv. Wir haben mit der Firma Untha durch den Cup einen Brustsponsor gewonnen, der durch die fixierte Präsenz im TV aufgesprungen ist und uns nun zumindest zwei Jahre erhalten bleibt. Zudem ist der Maximarkt wieder als Namenssponsor eingestiegen. Wenn wir die zwei nicht hätten, wäre es schlimmer. So sehe ich dieses Spiel als gute Prüfung für uns.

Interview: Herbert Struber, Kronen Zeitung

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