Mo, 25. Juni 2018

Anschlag auf U-Bahn

15.09.2017 22:45

London: Terror-Verdächtiger ist identifiziert

Wenige Stunden nach der Explosion einer Bombe in einer voll besetzten U-Bahn in London, bei der am Freitag mindestens 29 Menschen verletzt worden sind, konnte die englische Polizei einen Terrorverdächtigen identifizieren. Wie "Sky News" unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtet, gelang dies durch die Auswertung von Überwachungsvideos. Scotland Yard stufte den Vorfall als "terroristisch" ein. Premierministerin Theresa May sagte, hinter dem "feigen Angriff" stecke zerstörerische Absicht. Inzwischen hat sich die Terrormiliz IS zur Tat bekannt, am Freitagabend wurde die Terrorwarnstufe auf "kritisch" erhöht.

Premierministerin May sagte am Freitagabend, es werde eine höhere Präsenz bewaffneter Polizeikräfte an öffentlichen Plätzen geben. Zudem werde das Militär die Polizei unterstützen. Die Warnstufe fünf bedeutet, dass die britischen Behörden einen unmittelbar bevorstehenden Terroranschlag für möglich halten.

Augenzeugen sprachen von einem lauten Knall und einer "Feuerwand", die sich in dem Waggon ausgebreitet habe. Die Detonation ereignete sich gegen 8.20 Uhr, mitten im morgendlichen Berufsverkehr. Scotland Yard zufolge wurde die Explosion nahe der oberirdischen Haltestelle Parsons Green durch eine selbstgebaute Bombe verursacht.

Die Verletzten erlitten überwiegend Verbrennungen und wurden ins Krankenhaus gebracht. Keines der Opfer war nach Angaben des Rettungsdienstes schwer oder lebensgefährlich verletzt. Todesopfer waren wohl deshalb nicht zu beklagen, weil die selbst gebastelte Bombe offenbar nicht richtig explodierte.

Sprengsatz wurde angeblich ferngezündet
In sozialen Medien kursierten Bilder und Videos von einem weißen Kübel, aus dem Drähte hingen, in einem Supermarktsackerl, der in dem Waggon eine kleine Explosion ausgelöst haben soll. Nach BBC-Informationen wurde der Sprengsatz ferngezündet.

Die U-Bahn-Haltestelle wurde weiträumig abgesperrt. Im Fernsehen war ein großes Aufgebot an Rettungskräften und bewaffneter Polizei zu sehen. Die Feuerwehr teilte mit, sie sei mit 50 Mann im Einsatz. Die Menschen wurden aufgerufen, die Umgebung zu meiden. Der Zugverkehr wurde teilweise unterbrochen.

Augenzeugen berichteten von panikartigen Zuständen. Die Menschen seien aus der U-Bahn-Station nach unten auf die Straße gerannt. "Wir liefen die Treppen runter, und es hat sich angefühlt, als würden wir um unser Leben laufen", sagte ein Mann namens Luke dem Sender BBC5. Eine Frau namens Emma schilderte: "Nach einer Weile stapelten sich die Menschen übereinander, weil einige beim Laufen hingefallen waren."

Explosion sollte "enorme Schäden" anrichten
Nach Angaben der britischen Premierministerin Theresa May sollte die Explosion schwere Zerstörung verursachen. "Der Sprengsatz sollte enorme Schäden anrichten", sagte sie am Freitag in einer Fernsehansprache nach einer Sitzung ihres Sicherheitskabinetts in London. Sie sprach von einem "feigen Angriff".

Höchste Terrorwarnstufe ausgerufen
Die Terrorwarnstufe wurde von "ernst" auf "kritisch" erhöht - die höchstmögliche Stufe. Premierministerin May sagte am Freitagabend, es werde eine höhere Präsenz bewaffneter Polizeikräfte an öffentlichen Plätzen geben. Zudem werde das Militär die Polizei unterstützen. Die Warnstufe "kritisch" deutet darauf hin, dass ein neuerliches Attentat möglicherweise unmittelbar bevorsteht.

England heuer schon mehrfach Ziel von Terroristen
Großbritannien war heuer bereits mehrfach Ziel terroristischer Angriffe mit insgesamt 36 Todesopfern. Im März war ein Attentäter auf der Londoner Westminster-Brücke mit einem Auto gezielt in Fußgänger gerast, bevor er einen Polizisten auf dem Gelände des Parlaments niederstach. Fünf Menschen starben. Bei einem Bombenattentat auf die Besucher eines Konzerts in Manchester im Mai starben 22 Menschen. Acht Menschen verloren ihre Leben bei einem Angriff auf das Londoner Ausgehviertel Borough Market und die London-Bridge. Ein Mann kam bei einem Angriff auf Moschee-Besucher Ende Juni in London ums Leben.

 krone.at
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