Mo, 18. Juni 2018

Darknet-Verkauf

16.09.2017 06:45

Schlamperei verriet ein Drogen-Pärchen

Ein Start-up der besonderen Art zog ein junges Pärchen im Innviertel auf: Es bot über das Darknet Drogen an, verschickte diese dann per Post an Abnehmer. Da dürften die Adressen aber nicht immer gestimmt haben, denn Sendungen kamen zurück - an eine getürkte Absenderadresse, die einer ahnungslosen Firma in Ried gehörte. Die alarmierte die Polizei, die das Drogenpärchen nun überführte.

Beide sind süchtig und in der Szene bekannt: Ein 24-jähriger Arbeitsloser, einschlägig vorbestraft, und eine 22-Jährige, ebenfalls arbeitslos. Sie war vor zwei Jahren am Flughafen Wien-Schwechat mit Drogen erwischt, nach einer Befragung aber heimgeschickt worden. Im vergangenen Mai stieg die Absolventin einer Informatik-Hauptschule dann mit ihrem Komplizen ins Darknet ein, bot von Zuhause in Eberschwang aus Ecstasy, LSD, Speed-Paste und MDMA (eine chemische Partydroge) zum Verkauf an, garantierte eine Lieferung der Ware (die sie selbst im Darknet bestellte) binnen drei Tagen.

Video-Überwachung wies Spur zu den Dealern
Das Geschäft lief gut an, bis Mitte Juni wurden bereits etwa 50 Geschäfte mit 2500 Euro Gewinn getätigt, erfuhren später die Ermittler unter Chefinspektor Rupert Ortner vom LKA. Beim Adressieren der Empfängerpäckchen dürfte das Innviertler Drogenpärchen aber geschlampt haben: Eine Firma aus dem Raum Ried bekam von der Post sieben Briefe zurückgestellt - die Darknetdealer hatten sie als Absender angegeben. Als einer der Briefe geöffnet und darin Ecstasy gefunden wurde, wurde die Polizei verständigt. Kur darauf konnten Fahnder bei einem Postamt weitere sechs Drogenbriefe abfangen und auf den Video-Aufzeichnungen der Post schließlich  das Pärchen als Absender identifizieren.

Verdächtige auf freiem Fuß, weil sie schwanger ist
Bei Hausdurchsuchungen wurden Beweismittel - wie der Laptop mit Darknet-Account, 330 Gramm Marihuana sowie eine hochprofessionelle Cannabis-Indoorzuchtanlage samt Samen und Setzlingen - sicher gestellt. Der 24-Jährige wurde in Haft genommen, die 22-Jährige nur auf freiem Fuß angezeigt, weil sie in der 10. Woche schwanger ist.

Johann Haginger / Kronen Zeitung

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