Mi, 19. September 2018

Theater

13.09.2017 18:23

Finanzdesaster als Revue

Finanzdesaster als Theaterstück oder als musikalische Revue? "Die lange Nacht der Spekulanten" lautete der Titel in Salzburg, es ging um den WEB-Skandal, bei dem tausende Anleger ihr Geld verloren. "Swap-wem gehört die Stadt?" hieß das Musical in den Linzer Kammerspielen. Folgt ein Stück über den Polit-Skandal?

Das ist kaum zu erwarten, denn die Urteile sind noch nicht rechtskräftig, aber Stoff würden die irren Verluste im Land Salzburg schon hergeben. Aber für die Rolle des unbedarften Finanz-Hofrates würden sich Charakter-Schauspieler aus ganz Österreich beim Intendanten anstellen.

Ein durchschlagender Erfolg war dem Stück "Die lange Nacht der Spekulanten" im Salzburger Landestheater nicht vergönnt. Die Spannung fehlte und der "eh-schon-wissen-Effekt" ließ den Inhalt verblassen.

"Lange Nacht der Spekulanten" in Salzburg und dann "Wem gehört die Stadt?"in Linz gespielt

Riesigen Applaus ernteten hingegen die Darsteller für das Projekt "Swap-wem gehört die Stadt?" von Hans Werner Kroesinger und Regina Dura in den Linzer Kammerspielen.

Am 12. Februar 2007 hatte die Stadt Linz mit der Bawag den Swap 4175 abgeschlossen. Mit dem Finanzgeschäft wollten die Verantwortlichen das Zinsrisiko einer bereits bestehenden Fremdwährungsanleihe absichern.

Doch Swap 4175 entwickelte sich katastrophal: Eine Schuldenlast von 417 Millionen Euro drohte und der Rechtsstreit mit der Bank am Handelsgericht Wien nahm einen ungewissen Ausgang.

In dem Stück, das offiziell als Dokumentar-Theater-Projekt bezeichnet wurde, gab es bekannte Hits wie "Money, money" oder "Ba-Ba-Banküberfall."

Der eigentliche verlustreiche Swap 4175 auf der mit Spielkarten dekorierten Bühne und die unrühmliche Rolle der Linzer Politik wurden an Hand der Gerichtsprotokolle aufgerollt.

Thema war auch der berüchtigte Karibik-Skandal der einstigen "Arbeiterbank." In der Kultur-Kritik der Oberösterreich-"Krone" hieß es: "Da wurde eifrig geswapt, gehedet und gehebelt."

Wie in Salzburg.

Hans Peter Hasenöhrl, Kronen Zeitung

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