Mi, 21. November 2018

Kleines Missgeschick

11.09.2017 06:57

Papst beendete Kolumbien-Reise mit "Veilchen"

Zum Abschluss seiner fünftägigen Kolumbien-Reise hat Papst Franziskus die Menschen in dem lange von Gewalt geschundenen Land zum Mitwirken am Friedens- und Aussöhnungsprozess aufgerufen. Eine Schrecksekunde gab es bei einer Fahrt mit dem Papamobil: Der 80-jährige Papst stieß sich an einer Scheibe, als er ein kleines Kind grüßen wollte und das Papamobil bremste. Er verletzte sich an der Augenbraue.

Franziskus setzte aber die Fahrt fort, ein Begleiter tupfte die blutende Braue ab. Anschließend wurde die Wunde mit einem Pflaster versorgt, der Papst trug ein "Veilchen" davon.

"Der Schlüssel sind die Menschen"
"Wenn Kolumbien einen stabilen und dauerhaften Frieden will, muss es dringend einen Schritt in eine Richtung machen, die sich am Gemeinwohl, an Gleichheit, an Gerechtigkeit und auch am Respekt der menschlichen Natur orientiert", sagte er am Sonntag bei seiner letzten Heiligen Messe in der Karibikstadt Cartagena, von wo aus er nach Rom zurückflog. "Der Schlüssel sind die Menschen", sagte er. 

"Machen wir den ersten Schritt"
Der Papst rief bei der Messe am Containerhafen Cartagenas im Schatten von Containern und Kränen dazu auf, eine Kultur des Verbrechens für immer zu überwinden. Getreu dem Motto der Reise betonte er: "Machen wir den ersten Schritt." Dieser müsse von allen getragen in eine gemeinsame Richtung getan werden. Worte reichten dabei nicht aus. Es brauche "Hände und Taten". Besonders scharf ging er mit dem Drogenhandel ins Gericht - das meiste Kokain kommt aus Kolumbien. "Ich verurteile diese Geißel, die so viele Leben gekostet hat und von skrupellosen Leuten gesteuert wird." 

In Cartagena besuchte der Papst auch ein Armenviertel. Er segnete den ersten Stein eines Bauprojektes für Straßenkinder. Das Projekt wird auch vom Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat unterstützt. Hier leben bisher rund 140 Mädchen aus dem Elendsviertel Afriquita, deren Alltag von Armut, Gewalt, sexuellen Übergriffen und zerrütteten Familien geprägt ist. 

Vier Millionen Menschen bei Messen
Immer wieder erinnerte er an die Botschaft Jesu, dem Gemeinwohl zu dienen und auch bereit zum Verzeihen zu sein. Rund vier Millionen Menschen kamen zu den Messen in der Hauptstadt Bogota, der früheren Konfliktregion Villavicencio, Medellin und Cartagena. Die Reise war begleitet von vielen Emotionen und bewegenden Begegnungen mit Opfern des Konflikts. Der Vatikan hatte die fast vierjährigen Verhandlungen mit der FARC-Guerilla über einen Friedensschluss in Havanna unterstützt. 

Appell an Venezuelas Präsident Maduro
Am letzten Tag hatte der Papst auch einen indirekten Appell an den venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro gerichtet, auf jede Art von Gewalt zu verzichten und eine Lösung der Krise zu finden. Dem Sozialisten wird die Errichtung einer Diktatur vorgeworfen. "Ich bekunde meine Nähe jedem einzelnen der Söhne und Töchter dieses geliebten Landes wie auch denen, die hier in Kolumbien Aufnahme gefunden haben", sagte Franziskus mit Blick auf die nach Kolumbien geflüchteten Menschen. 

Vergeblich hatte Franziskus Maduro zum Verzicht auf die Einsetzung einer verfassungsgebenden Versammlung aufgerufen. Diese hat als übergeordnetes Staatsorgan das von der Opposition dominierte Parlament entmachtet und trifft alle Entscheidungen. Oppositionspolitikern drohen lange Haftstrafen.

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