Enorme Verluste

UKH-Extras kosten ein Dreifaches

Obwohl der Rechnungshof und die ÖBIG-Planer den Linzer UKH-Neubau verhindern wollten, setzte ihn die AUVA schon vor 14 Jahren mit schlagenden Argumenten durch: Dass Kooperationen der Krankenhäuser die Versorgung von Verletzten verbessern und verbilligen werden. Nur leere Versprechungen. Denn beidseitig sparsame Zusammenarbeit wurde weniger mit den Nachbarspitälern, als mit Fremdfirmen langfristig vertraglich vereinbart.

Küche, Apotheke, Sterilisation, Haus- und Medizintechnik - alles gibt´s nun dreifach zum dreifachen Preis im Linzer Krankenhausviertel mit dem roten Stadtspital, der schwarzen Landes-Kinder- und Frauenklinik sowie dem privaten UKH der AUVA der Bundeswirtschaftskammer. Allen drei Trägern empfiehlt deshalb der Rechnungshof, die Verhandlungen in den offenen Kooperationsbereichen zu forcieren und dabei stärker als bisher Kostenüberlegungen einfließen zu lassen.

Um 6,2 Millionen Euro leisteten sich die AUVA-Manager eine eigene UKH-Küche, die sie mit „Versorgungssicherheit, Hotelcharakter und geschmacklicher Qualität“ begründeten. Diese Argumente lässt der Rechnungshof nicht gelten: Seiner Meinung nach „wäre das Essen für AKH-Patienten auch UKH-Patienten zumutbar gewesen“.

Nicht nur am Herd, sondern auch am Operationstisch gehen die Nachbarspitäler getrennte Wege: Der Rechnungshof kritisiert, dass sich die Betreuung von UKH-Patienten durch AKH-Ärzte im Vorjahr auf 65 Untersuchungen beschränkte. Nur für Mikrochirurgie habe sich ein wechselweiser Bereitschaftsdienst bewährt. Das Labor werde vorbildlich gemeinsam genützt und auch die Schwachstromanlagen werden gutnachbarschaftlich gewartet, aber die Sterilisation, Wäscherei und Reinigung hat das UKH bereits vor der Eröffnung im Dezember 2001 ausgelagert und fremd vergeben.

 

 

Foto: Chris Koller

Freitag, 07. Mai 2021
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