Mi, 21. November 2018

Julian Eberhard

03.09.2017 21:12

Mit kleinem Trick zum großen Durchbruch

Jahrelang "nur" ein Topläufer, inzwischen ein kompletter Biathlet: Der Saalfeldener Julian Eberhard verriet der "Krone" sein Erfolgsgeheimnis

Experten bescheinigten Julian Eberhard schon in jungen Jahren, das Potenzial zum Weltklasse-Athleten zu haben. Immer wieder deutete der Saalfeldener sein Riesentalent an, der Durchbruch gelang dem jahrelang als "Wackelschütze" geltenden Salzburger aber erst vor zwei Jahren. Seither ging es dafür steil nach oben. Drei Weltcupsiege, allesamt im Sprint, durfte er bislang feiern, insgesamt stand er fünfmal am Podest eines Einzelbewerbs. Nicht zu vergessen: Der Polizeisportler war Teil der bronzenen WM-Staffel bei der Heimweltmeisterschaft vergangenen Februar in Hochfilzen.

Den Grundstein für seine Erfolge legte der heute 30-Jährige bereits in seiner Jugend unter der Ägide von Alfred Eder. "Er hat mich in die Welt des Biathlons eingeführt, davon zehre ich noch heute", erklärt Eberhard. Es sei beeindruckend, "wie er alles vorgelebt hat, was wir von ihm lernen durften". Der entscheidende Mosaikstein zum Siegläufer ergab sich indes eher zufällig. Die AVWF-Methode, also Audiovisuelle Wahrnehmungsförderung, wurde an ihn herangetragen. Dabei werden Musikstücke mit Schallwellen moduliert. Diese wirken auf Sympathikus und Parasympathikus, sprich das Nervensystem. "Damit ist mir der Knopf aufgegangen", schwärmt Eberhard, der von Begründer Ulrich Conrady und Sportwissenschafter Gerhard Feltrin unterstützt wird.

Mit Vollgas in die neue Saison

Der Erfolg gibt Eberhard Recht. Er weiß aber auch genau, dass noch mehr möglich ist. Daher überließ er auch im Sommer nichts dem Zufall, baute für den Winter Muskelmasse auf. "Je stabiler man in die Saison geht, desto besser kommt man auch raus", ist ihm bewusst, dass die zahlreichen Wettkämpfe und ihre Begleitumstände - etwa Reisestress, Druck und diverse Zusatztermine - an die Substanz gehen. Obwohl er schon seit Jahren das Tempo in der Loipe mitbestimmt, arbeitete er auch intensiv an seiner Lauftechnik. Um im Weltcup die Konkurrenz in Grund und Boden zu laufen? "Das ist der Plan", lacht der ÖSV-Athlet. "Ich muss dankbar sein, wie es in den letzten Jahren gelaufen ist. Das ist aber kein Selbstläufer."

Auch am Schießstand sucht er stets nach Verbesserungsmöglichkeiten. Priorität hatte hierbei das Ausfeilen der Sicherheit, die er sich im letzten Jahr erarbeitete. Das für ihn optimale System glaubt er gefunden zu haben. "Diesem vertraue ich zu einhundert Prozent", betont der Routinier. Wichtig sei, jenes System jederzeit und situationsunabhängig durchziehen zu können. "Das ist eine große Aufgabe. Alle feilen daran, doch nur die wenigsten schaffen es." Bislang ist er überaus zufrieden mit seiner Vorbereitung auf den Olympiawinter, konnte sein Programm nach Plan durchziehen. "Wenn die Gesundheit mitspielt, bin ich im Stande, wieder ganz vorne mitzulaufen", blickt er den bevorstehenden Aufgaben optimistisch entgegen.

Eine erste Standortbestimmung bietet sich Eberhard bereits in dieser Woche, wenn am Freitag und Samstag ÖSV-interne Rollertestwettkämpfe auf dem Programm stehen.

Christoph Nister, Kronen Zeitung

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