Di, 21. August 2018

Nach Spott im Netz

03.09.2017 10:16

Versuch Nummer 2: Trump als Präsident zum Anfassen

US-Präsident Donald Trump hat am Samstag in der vom Wirbelsturm "Harvey" verwüsteten Stadt Houston Opfer der Katastrophe getroffen, sprach ihnen Mut zu und half zusammen mit First Lady Melania beim Austeilen von Essen. Es war bereits Trumps zweiter Besuch im Katastrophengebiet. Seine erste Visite am Dienstag hatte ausschließlich dem Ablauf und der Organisation von Hilfsaktionen gegolten - und das Rühmen seines Einsatzes Spott ausgelöst.

Trump hatte am Dienstag im Katastrophengebiet keinen persönlichen Kontakt mit Flutopfern gehabt, bei seiner Visite am Samstag in einer Notunterkunft im NRG Stadion zeigte er sich nun ganz als Präsident zum Anfassen. Er schüttelte Hände, legte Betroffenen den Arm um die Schulter, strich Kindern über das Haar und plauderte mit ihnen.

Wiederholt posierte er auch für Selfies.

Die Hilfsoperationen in Texas und auch Louisiana, wo er am Samstag ebenfalls war, lobte er als ausgezeichnet und effizient. "Ich bin wirklich glücklich darüber, wie es läuft", sagte er.

Spott über Trumps Auslegung von "first hand"
Zuvor sah sich der US-Präsident Spott im Web ausgesetzt, weil er am Dienstag ein Foto auf Instagram gepostet hatte, auf dem er sich seinen Angaben nach "first hand" vom durch "Harvey" ausgelösten "Horror" überzeugt habe. Nur: Auf dem Bild sieht man ihm vor einer Wetterkarte im Inneren eines Gebäudes sitzen.

Die Reaktionen darauf ließen nicht lange auf sich warten:

Hilfsgelder in Höhe von fast acht Milliarden Euro beantragt
Am Freitag hatte das Weiße Haus beim Kongress erste Hilfsgelder in Höhe von 7,85 Milliarden Dollar (6,6 Mrd Euro) beantragt - das sind fast zwei Milliarden mehr, als ursprünglich im Gespräch gewesen waren. Ein Großteil der Gelder soll in den ausgeschöpften Topf der Behörde für Katastrophenmanagement fließen. Bereits 440.000 Menschen haben Anträge auf Bundeshilfen gestellt. Nur ein kleiner Teil der Flutopfer in Texas ist gegen Hochwasser versichert.

"Harvey" könnte nach ersten Schätzungen zur teuersten Naturkatastrophe in der Geschichte der USA werden. Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, erwartet allein weit mehr als 100 Milliarden Dollar an Kosten für die Nothilfe der Regierung in Washington.

"Harvey" brachte Rekord an Regenmassen auf US-Festland
"Harvey" war am 25. August als Hurrikan der Kategorie vier auf die osttexanische Küste geprallt. Danach schwächte er sich zwar rasch zu einem tropischen Sturm ab, aber verursachte heftigen Regen. Binnen weniger Tage fielen in Texas bis zu 1250 Liter Niederschlag pro Quadratmeter - ein Rekord für das Festland der USA. Überflutungen gab es auch in Louisiana, und noch am Freitag brachte "Harvey" - da nur noch ein tropisches Tiefdruckgebiet - starke Regengüsse nach Tennessee.

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