Sa, 22. September 2018

Seckauer Basilika:

02.09.2017 12:53

Die heilige Baustelle

Seit Ostern wird die Basilika in Seckau bereits aufwändig renoviert. Experten aus aller Welt legten schon so manchen Schatz frei. Die "Krone" durfte das für die Arbeiten gesperrte Gotteshaus ausnahmsweise besuchen.

„Vorsicht! Kopf einziehen, hier beginnt der Stuck“, warnt Harald Berger. Die Höhenangst ist schnell vergessen, wenn man den Blick hebt und  das Fresko des Habsburger Mausoleums   aus der Nähe sieht. Die Restauratoren haben hier schon volle Arbeit geleistet – die Pracht ist atemberaubend. Der Mut der Arbeiter, die gerade das Gerüst im Altarraum abbauen, ebenso!

Experten sind am Werk
„Wir entdecken jeden Tag Details, die uns bisher unbekannt waren“, ist Architektin Elke Schmid, die die Renovierung der Seckauer Basilika koordiniert, begeistert. Seit Ostern sind die Experten aus aller Welt nun schon am Werk. „Ihnen ist es etwa zu verdanken, dass die prachtvollen Kleider der Kirchenväter an den Wänden der Bischofskapelle wieder ein erkennbares Muster haben“, so Schmid.

Historische Funde
Auch als man den Bodenbelag entfernte, wartete eine Überraschung: Man stieß auf Überreste des großen Brandes im Jahr 1259. „Alles musste archäologisch erfasst werden“, erzählt Berger und erinnert sich auch an die  härtesten Tage der bisherigen Arbeiten: „Bei den Unwettern  hat es auch Seckau erwischt. Eine Million Liter Wasser sind in die Baustelle geflossen. Das hat uns viel Zeit und Nerven gekostet.“ Auch manche der erfreulichen Entdeckungen bedeuten einen Mehraufwand: So gab es weit oben im Altarraum etwa kleine Heiligenbilder, von denen man glaubte, sie seinen „nur“ aus bemaltem Stuck. „Bei der Reinigung sind wird draufgekommen, dass sie aus Seide und Goldfäden sind, und mussten jemanden finden, der das restauriert“, so Schmid.

Zentimeter für Zentimeter
Was für eine minuziöse Arbeit das Restaurieren ist, erahnt man, wenn man Ursula Thomann  aus Leibnitz über die Schulter schaut. Sie ist für den Krönungsaltar zuständig: Jede Absplitterung, jedes Bläschen im Lack wird von ihr ausgebessert: „Wir wollen so viel vom Originalzustand erhalten wie möglich“, sagt sie, während sie den Kunstschatz zärtlich bearbeitet. Auf die Frage, wie lange sie damit beschäftigt sein wird, sagt sie mit großer Gelassenheit: „Ein paar Wochen wird das schon noch dauern.“

800-Jahr-Jubiläum der Diözese
2,3 Millionen Euro soll die Renovierung des romanischen Baus insgesamt kosten, zum 800-Jahr-Jubiläum der Diözese Graz-Seckau im kommenden Jahr soll die Basilika in neuem Glanz erstrahlen. Schon im Herbst sollen die groben Arbeiten abgeschlossen sein, am 3. Dezember erstmals wieder eine Messe gefeiert werden: „Man kann es sich jetzt noch schwer vorstellen“, sagt Schmid und blickt schmunzelnd in den zugerüsteten Gottesraum. „Aber wir werden sicher nichts überstürzen. Wenn wir für manche Arbeiten länger brauchen, dann brauchen wir eben länger.“ Wie prächtig das Resultat sein wird, kann man schon erahnen.

Weiter Infos zur Renovierung hier

Christoph Hartner
Christoph Hartner

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