Bloggerin der Woche:

"Instagram treibt mich regelmäßig in den Wahnsinn"

Seit 2014 betreibt Sarah (28) erfolgreich ihren Fashion-Blog Liebreizend. "Ich wollte eigentlich immer Journalistin werden. Während eines Praktikums hat mir der Chefredakteur dann aber mitgeteilt, dass ich kein Talent zum Schreiben hätte.", erzählt sie lachend im City4U-Talk. Ihre knapp 4.000 Instagram-Fans sehen das offensichtlich anders. Gottseidank!

#1. Wann und warum hast du zu bloggen begonnen?
Ich hab 2014 mit dem Bloggen begonnen.

Ich wollte eigentlich immer eine journalistische Laufbahn einschlagen. Während eines Praktikums hat mir der damalige Chefredakteur dann mitgeteilt, dass ich kein Talent zum Schreiben hätte und ich mir eine andere Richtung suchen solle. In diesem Moment brach für mich eine Welt zusammen. Den Traum vom Journalismus hab ich damals begraben und ein Sport- und Wirtschaftsstudium begonnen.

Erst einige Jahre später traute ich mich wieder ans Schreiben und entschied dann, dass ich meine Gedanken auch gerne teilen möchte. Der Blog bietet mir eine Möglichkeit mich ausdrücken und kreativ ausleben zu können.

#2. Welchen Service kann ein Blogger seinen Lesern bieten, den andere Medien nicht bieten können?
Ein Blog ist ein sehr persönliches Medium und im Gegensatz zu einem Magazin steht hinter einem Blog immer eine Person, mit der sich der Leser identifiziert oder dessen Inhalte er gerne konsumiert. Außerdem ist via Social Media eine direkte Kontaktaufnahme mit dem Blogger möglich.

#3. Was war dein größter Fehler in Bezug auf das Bloggen und was hast du daraus gelernt?
Ich hab mich einmal zu einem politischen Thema in einem meiner Posts geäußert. Mein Standpunkt wurde damals ziemlich fehl interpretiert und es hagelte jede Menge negativer Kommentare. Das würde ich heute anders machen. Mittlerweile kenne ich meine Leser genau und weiß welche Themen sie auf meinem Blog lesen wollen, Politik gehört nicht dazu. Deshalb schneide ich solche Themen auf dem Blog auch nicht mehr an.

#4. Erzähl uns über deinen stolzesten Blog- Moment?
Ich hatte damals einen sehr persönlichen Artikel über eine schwierige Zeit in meinem Leben geschrieben. Über den Fakt, dass ich alles versucht hatte, aber alleine nicht weitergekommen bin.

Wenige Tage später erreichte mich ein Mail einer lieben Leserin, die mir berichtete, dass es ihr genauso geht und ihr mein Artikel geholfen hat.

Ein solches Feedback von seinen Lesern zu erhalten, motiviert so unglaublich und entschädigt für den Stress und den Aufwand, den man oftmals so rundherum hat.

#5. Was frustriert dich am meisten am Bloggen?
Unverschämte Anfragen in Hinblick auf Kooperationen. Dreiste Mails von Firmen, die einfach nur an billige oder sogar kostenlose Werbung über einen Blogger kommen möchten, beantworte ich zum Teil gar nicht mehr. Dafür ist mir die Zeit dann oft zu schade.

Wenn von einer Professionalisierung des Influencer Marketings gesprochen wird, dann sollte das auf beiden Seiten passieren. Und seit dem Update des Algorithmus treibt mich Instagram regelmäßig in den Wahnsinn ;)

#6. Was und wie möchtest du im nächsten Jahr verbessern und was erwartest du dir in Zukunft von deinem Blog?
Ich möchte wieder viel mehr Zeit in meinen Blog investieren und mehr an persönlichen Beiträgen arbeiten.

Ich liebe es meine Gedanken, die mich beschäftigen niederzuschreiben und mit anderen zu teilen. Neben einem Vollzeitjob zu bloggen kann aber doch ganz schön herausfordernd sein, deshalb fehlte mir in den letzten Monaten oft leider die Zeit und Energie für Posts dieser Art.

#7. Verdienst du bereits Geld über deinen Blog und wie genau funktioniert das?
Ja, ich verdiene mittlerweile ein wenig Geld über den Blog.
Bei mir sind es hauptsächlich bezahlte Beiträge, dh. Firmen bitten mich einen Artikel über ihr Produkt, Event oder Unternehmen zu schreiben und dafür bekomme ich dann eine Vergütung. Es gibt noch die Möglichkeit über Affiliate-Links oder Bildsponsoring als Blogger Geld zu verdienen.

#8. Was waren die grundlegendsten Veränderungen in deinem Leben seitdem du bloggst?
Bloggen ist für mich nicht nur ein Hobby oder Zeitvertreib, sondern ist mittlerweile Teil meines Lebens. Als Blogger sitzt man ja nicht alleine in einer Kammer und tippt regelmäßig seine Zeilen runter, sondern das Tolle am Bloggen ist der Austausch mit anderen. Man wird zu Events und Veranstaltungen eingeladen, trifft immer wieder neue und interessante Menschen und es öffnen sich dadurch viele Türen für einen, an die man vorher gar nicht gedacht hat.

Auch fachlich habe ich über viele Themen des Online Marketings sehr viel durchs Bloggen dazu gelernt und konnte mir so Expertise aufbauen, die mir heute auch beruflich zu Gute kommt.

#9. Was war deine größte Errungenschaft außerhalb des Bloggens?
Die Motivation und Kraft zu haben nach zwei Jahren und neben einem Job noch mein zweites Studium erfolgreich abzuschließen. Ich hab darüber übrigens auch einen Blogpost geschrieben.

#10. Was würdest du jemanden raten, der auch einen Blog starten möchte?
Einfach loslegen. Ehrlich. Blogger leiden meistens unter extremen Perfektionismus und kein Beitrag oder Bild ist oft gut genug, um es zu veröffentlichen. Irgendwann lernt man, dass man noch so viel planen und perfektionieren kann, am Ende des Tages muss man aber einfach machen.

Steckbrief
Name: Sarah Eppacher
Alter: 28 Jahre
Beruf / Studium (während dem Bloggen): Berater in Digital Agentur / Wirtschaftswissenschaften; Sportmanagement
Blogs, denen ich folge: Berries & Passion, stryleTZ, Vienna Wedekind
Lieblingsort in Wien: Alte Donau
Nächstes Reiseziel: Skandinavien

Julia Ichner
Julia Ichner

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