So, 24. Juni 2018

Nach Zeltfest-Drama

31.08.2017 15:38

Veranstalter werden vorsichtiger

Nach der Zeltfest-Tragödie von St. Johann am Walde werden die Veranstalter zunehmend vorsichtiger. In Hagenberg und in Steyr wurden aus Angst vor Unwettern Feste abgesagt. Und bei der ZAMG-Wetterwarte für Salzburg und Oberösterreich häufen sich die Anfragen, wie Meteorologin Jasmin Markl auf "Krone"-Anfrage bestätigt: "Die Leute nehmen die Sturmgefahren jetzt ernster."

"Wir haben unser Sommerfest aufgrund der sehr schlechten Wettervorhersage abgesagt", berichtet Helga Hofstadler, Obfrau des Vereins Tageszentrum Bezirk Freistadt Süd: "Wir wollten in Hagenberg eine Party für 100 Personen machen. Weil natürlich nicht alle unter die Pergola passen, wollten wir ein Zelt aufstellen. Aber nach der Tragödie im Innviertel überlegt man sich so etwas. Wir haben ja hauptsächlich ältere Menschen." Die Veranstaltung hätte heute, Freitag, stattfinden sollen.

Steyrer Weinfest wurde erstmals abgesagt
Auch die ÖVP Steyr-Stadt blies nach der Unwetterwarnung das für heute geplante Sommerfest ab, erklärt Bezirkspartei-Geschäftsführer Philipp Eichinger: "Mir ist das einfach eine Nummer zu heiß". Das Weinfest der ÖVP Steyr gibt es seit acht Jahren, heuer wurde es erstmals abgesagt.

Es gibt mehr Anfragen bei den Meteorologen
"Wir haben seit dem Unglück in St. Johann am Walde deutlich mehr Anfragen von Veranstaltern. Die Leute sind jetzt einfacher wachsamer", bestätigt Meteorologin Jasmin Markl von der ZAMG-Wetterwarte auf "Krone"-Anfrage: "Sicherlich wird jetzt deutlich mehr Augenmerk auf die Wetterbedingungen gelegt als vorher. Vor allem auch aus versicherungsrechtlichen Gründen. Die Kunden lassen sich dann von uns schriftliche Gutachten ausstellen. Das ist aber kostenpflichtig." Die meisten Wetter-Anfragen kommen übrigens aus unserem Bundesland.

Ermittlungen laufen
Das Unglück in "Saiga Hans" forderte - wie berichtet - zwei Tote, 28 Schwer- und 87 Leichtverletzte. Gegen den Kommandant der veranstaltenden FF Frauschereck und gegen den Bürgermeister der Gemeinde St. Johann/Walde laufen Ermittlungen wegen fahrlässiger Gemeingefährdung.

Aus Vorsicht sagte der Steyrer VP-Bezirksgeschäftsführer Philipp Eichinger das für heute geplante Weinfest in der Eisenstadt ab. Im Interview erklärt er seine Beweggründe.

"Krone": Sie lassen aufgrund der aktuellen Unwetterwarnung das für heute geplante Weinfest ausfallen. Hat das Innviertler Unglück bei Ihren Überlegungen eine Rolle gespielt?
Philipp Eichinger: Natürlich sind die Vorfälle im Innviertel ein gewisser Faktor. Ohne Bauchweh geht es jetzt als Veranstalter nicht mehr, das muss man schon sagen.

"Krone": Viele Vereine und Institutionen, aber auch Gastwirte, die Feste veranstalten, sind jetzt ins Grübeln gekommen.
Eichinger: Vor allem, weil man letztlich - wenn etwas passieren sollte - als Privatperson zu 100 Prozent alleine dasitzt.

"Krone": Fürchten Sie nicht die Kritik, wenn das befürchtete Schlechtwetter ausbleiben sollte? Sie stünden dann als Spielverderber da.
Eichinger: Naja, Regen ist fix angesagt. Aber wir haben sogar eigens bei der Flugwetterwarte angerufen und nachgefragt, wie’s aussehen wird. Dort haben sie gesagt, dass Sturm und Unwetter bevorstehen. Da gibt’s für mich keine Diskussion.

Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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