Di, 21. August 2018

Lokalaugenschein

29.08.2017 18:03

Tief in der Koralm sind die Bohrer wieder befreit

530 Meter in der einen, 1800 Meter in der anderen Röhre: Es fehlt nicht mehr viel, und der Vortrieb im Koralmbahntunnel ist von steirischer Seite abgeschlossen. Doch der aktuelle Abschnitt zickt: Seit Mitte Juni stecken die beiden Bohrer fest! Mittlerweile sind sie freigelegt - teils mit purer Muskelkraft.

Tief im Berg wartete sie, bis der Mensch sie erreichte. 17 Kilometer (und eine gute Stunde Fahrt mit dem kleinen Mannschaftszug) vom Schacht in Deutschlandsberg entfernt, fast 1200 Meter unterhalb der Koralm, quasi in der Mitte des künftigen Tunnels liegt jene geologische Störungszone, die für Kopfzerbrechen sorgt. Widerspenstige Gneise trotzen selbst der gigantischen Kraft der 180 Meter langen Vortriebsmaschine. Überraschend tauchten sie nicht auf: "Wir kennen die Geologie. Aber wie der Berg auf die Maschine wirkt, das kann man nicht prognostizieren", sagt ÖBB-Projektleiter Dietmar Schubel.

Und so scheint es, als hätte das Gebirge nur darauf gewartet, bis der Bohrer zur Wartung stillsteht und sich dann quasi "draufgelegt". Nichts ging mehr. Ätsch!

Bergbau wie anno dazumal
In so einer Ausnahmesituation ist traditioneller Bergbau wie anno dazumal gefragt: händisch, mit Druckluftbohrern und kleinen Lockerungssprengungen. Zuerst wurden oberhalb der Bohrmaschine mehr als zwei Meter hoch Gestein weggearbeitet, um bis ganz nach vor zu gelangen. Alle 80 Zentimeter sind Stützen gesetzt. Wer hier oben steht, sollte keine Platzangst haben. Danach wurde links und rechts des Bohrkopfs Platz geschaffen - eine schweißtreibende, äußerst mühevolle Arbeit.

Positiv: Es gibt keine groben Beschädigungen an der Maschine. In der Südröhre wurde bereits in der Vorwoche der Probebetrieb aufgenommen, dort sind noch etwa 40 Meter der Störungszone zu bewältigen. In der Nordröhre stehen zwar nur noch gut 20 schwierige Meter bevor, dort beginnt man aber wohl erst nächste Woche damit, sich langsam wieder in den Berg zu tasten.

Weitere Probleme sollten laut den Verantwortlichen nicht auftreten, aber ganz sicher kann man sich nie sein. Denn der Berg arbeitet…

Daten & Fakten

  • Der Koralmtunnel wird fast 33 Kilometer lang sein.
  • In der Südröhre ist der Vortrieb auf Kärntner Seite bereits fertig, in der Steiermark fehlen noch 1800 Meter. Der Durchschlag verzögert sich wohl auf Mitte 2018.
  • In der Nordröhre fehlen im steirischen Baulos zwar nur noch 530 Meter, von Kärnten kommend aber noch etwa sieben Kilometer.

Jakob Traby, Kronen Zeitung

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