So, 19. August 2018

Endstation Brenner

25.08.2017 09:15

Auf der Flucht den Tod vor Augen

Voll angelaufen ist der Assistenzeinsatz des Bundesheeres im Zuge der intensivierten Flüchtlingskontrollen. Die "Krone" war in der Nacht auf Donnerstag bei zwei Schwerpunktaktionen am Brenner dabei. Einmal mehr wurde klar, welch großes Risiko die Illegalen auf sich nehmen!

Mittwoch Abend, pünktlich um 19.30 Uhr: Eine weitere Schwerpunktkontrolle gegen die illegale Einwanderung steht auf dem Programm. Dieses Mal bei der Mautstelle Schönberg auf der Brennerautobahn - mit dabei: Soldaten des Österreichischen Bundesheeres. Knapp zweieinhalb Stunden werden verdächtige Fahrzeuge wie Klein-Lkw und Kastenwägen genauer unter die Lupe genommen. Aber auch internationale Reisebusse und Wohnwägen sind im Visier der Kontrolleure. Flüchtlinge? Fehlanzeige! Zumindest bei dieser zeitlich begrenzten "Aktion scharf". Noch in der Nacht wurden aber auf der A13 zwei Illegale erwischt, hieß es am Donnerstag.

Laut Günther Salzmann von der Landesverkehrsabteilung landeten seit Beginn des Assistenzeinsatzes am vergangenen Freitag neun illegale Migranten in den Fängen der Polizei - nur bei Autobahnkontrollen, wohlgemerkt. 50 Aufgriffe seien es im Schnitt pro Monat.

Nur 30 cm entscheiden über Leben und Tod

Schauplatzwechsel: Bahnhof Matrei am Brenner: Gegen 22.30 Uhr startet der nächste Güterzug-Kontrolleinsatz. 21 Soldaten stehen zur Unterstützung der Exekutive parat. Gespanntes Warten. 23.39 Uhr: Der erste Güterzug von Bozen in Richtung München fährt ein. Waggon für Waggon wird die rund 570 Meter lange Garnitur genaustens untersucht. Rund eine halbe Stunde später die Entwarnung: "Der Zug ist sauber!"

0.30 Uhr: Ein weiterer Güterzug kommt an. Mit an Bord: Sechs Illegale, davon zwei Frauen. Drei von der Elfenbeinküste, zwei Nigerianer, einer aus Burkina Faso - zusammengekauert auf einem Waggon. Zwei liegen seitlich auf einer nur etwa 30 Zentimeter breiten Fläche. Daneben: ein Loch. Darunter: die Schienen. "Wenn es da einen Rumpler macht und sie hinunterfallen, sind sie tot", murmelt ein Soldat.

Die völlig erschöpften Illegalen werden abgeführt und zu weiteren Einvernahmen auf die nächste Polizeiinspektion gebracht. "Fünf suchten um Asyl an, einer wurde nach Italien zurückgeschoben", schilderte am Donnerstag eine Polizei-Sprecherin.

3000 Illegale wurden auf Zügen aufgegriffen

Rund 5000 Illegale wurden heuer bisher in Tirol aufgegriffen. Davon 3000 in Zügen und knapp 2000 auf der Straße. Über 170 wurden bereits auf Güterzügen ertappt.

Hubert Rauth und Christof Birbaumer (Fotos), Kronen Zeitung

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