22.08.2017 09:41 |

Fund in Südtirol

In Schottergrube Grab aus Kupferzeit entdeckt

In einer Schottergrube in der Südtiroler Gemeinde Laag/Neumarkt haben Archäologen ein Grab aus der Kupferzeit und ein römisches Gräberfeld gefunden. Das Landesamt für Bodendenkmäler überwachte den Abbau in der Schottergrube und entdeckte dabei rund zehn Meter unterhalb des heutigen Gehniveaus eine Körperbestattung aus der Kupferzeit.

Es handle sich um eine kupferzeitliche Bestattung mit Grabhügel. Ein derartiger Fund habe bisher im Südtiroler Raum noch nicht nachgewiesen werden können, hieß es in einer Aussendung. Eine Untersuchung der gefundenen menschlichen Überreste habe ergeben, dass im Grab ein junger Erwachsener im Alter zwischen 18 bis 25 Jahren bestattet wurde.

Tausende Jahre alter Feuerstein-Dolch als Grabbeigabe
"Das Grab enthielt als Beigabe einen Feuerstein-Dolch aus dem 3. Jahrtausend vor Christus - der Feuerstein stammt aus den lessinischen Bergen", berichtete die Archäologin und Direktorin des Landesamts für Bodendenkmäler, Catrin Marzoli.

Zudem sei bei der Überwachung des Schotterabbaus ein weiterer "sensationeller Fund" zutage getreten. Die Archäologen stießen auf ein römerzeitliches Gräberfeld mit etwa 70 Körperbestattungen. Die vereinzelten, bisher geborgenen archäologischen Funde deuteten auf eine Datierung in die Spätantike - 4. bis 5. Jahrhundert nach Christus - hin. Die gesamte Ausdehnung des Gräberfeldes habe noch gar nicht ermittelt werden können.

Genaue Anzahl der Gräber noch unklar
Weitere Gräber befanden sich noch im bergseitig angrenzenden Grund. Wie viele es sind, wisse man nicht genau, da der Schotter an dieser Stelle noch nicht bis auf das Niveau der archäologischen Schichten abgetragen worden sei, erklärte die Archäologin. Es handelt sich laut Marzoli neben jenem von St. Lorenzen im Pustertal um das größte bisher im Südtiroler Raum nachgewiesene römerzeitliche Gräberfeld.

Das Gräberfeld lag ursprünglich bergseitig der bekannten römischen Reichsstraße, der Via Claudia Augusta, die den oberitalienischen Raum über das Etschtal mit der Hauptstadt der Provinz Raetia, Augusta Vindelicum (Augsburg), verband. In nicht all zu großer Entfernung wurde vor mehreren Jahren in Neumarkt/Laag eine ausgedehnte römerzeitliche Siedlung freigelegt. "Vermutlich wurden im Bereich der heutigen Schottergrube die Verstorbenen aus dieser Siedlung bestattet", meinte die Archäologin.

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