Zukunft zieht ein

Digitalisierung: Bauern haben Angst um Daten

Roboter hier, Maschinen dort - und dazu die digitalen Möglichkeiten, die die Arbeitswelt völlig verändern. Auch in der Landwirtschaft zieht der Trend immer mehr ein. Der Maschinenring pusht das Thema mit dem Angebot eines Echtzeitsignals zur besseren Spurgenauigkeit für Traktoren, Mähdrescher und Co.

In Tragwein, Putzleinsdorf, Lohnsburg und Sattledt ließ der Maschinenring in Oberösterreich jeweils eine Empfangsstation errichten. Dank so genannter "Real Time Kinematic" wird den Landwirten ermöglicht, dass sie mittels Satellitennavigation ihr Fahrzeug exakt steuern können. "Auf zweieinhalb Zentimeter genau", sagt Gerhard Rieß, Obmann des Maschinenrings in Oberösterreich.

Traktor wählt sich ein
"Der Traktor wählt sich dazu ins Internet ein", sagt Projektleiter Heinz Grabner. Mehr als die Hälfte der Traktoren, die heute ausgeliefert werden, haben bereits ein für diese Technik taugliches Lenksystem.

Viele sind noch zurückhaltend
50 Kunden hat das Angebot des Maschinenrings derzeit. "Viele Bauern sind noch reserviert", sagt auch Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Reisecker. Wobei in puncto Digitalisierung vor allem das Thema Datenschutz zum großen Hemmschuh wird.

"Bislang nicht geregelt"
"Wir setzen uns mit der Datensicherheit auf europäischer Ebene intensiv auseinander, doch die Frage, wem die Daten gehören, ist bislang nicht geregelt", sagt Reisecker. Die Digitalisierung, die bei vielen Firmen längst eingezogen ist, erobert trotzdem mehr und mehr die Landwirtschaft. In den USA laufen erste Tests, dass Traktoren ohne Fahrer die Felder bearbeiten. "Bei uns ist das nicht möglich", so Reisecker.

Smarte Ohrmarken
Andere Entwicklungen kommen direkt aus Oberösterreich: Die in Weibern ansässige Firma Smartbow entwickelte Ohrmarken, dank denen Landwirte am Smartphone in Echtzeit sogar Paarungsbereitschaft und Aufenthaltsort der Tiere überwachen können.

Barbara Kneidinger, Kronen Zeitung

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Samstag, 31. Oktober 2020
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