Mo, 20. August 2018

Vor 7000 Jahren:

14.08.2017 09:30

Forscher entdeckt „Steinzeit-Handelsimperium“

Strenge Grenzkontrollen und dadurch kilometerlange Staus sowie nervige Wartezeiten - ob schon unsere Urahnen damit zu kämpfen hatten? Wohl kaum. Fest steht aber: Bereits in der Steinzeit wurde von Bayern aus Handel bis weit hinein ins Waldviertel getrieben. Forscher Alexander Binsteiner kann das nachweisen.

"Der Kamp gilt als Grenzfluss des Arnhofener Handelsimperiums, das bereits vor Jahrtausenden von Bayern aus aufgebaut wurde", erklärt Binsteiner. Der Geo-Archäologe war einst führend mit der Aufklärung der Causa "Ötzi" befasst. Hatte der Wissenschafter - wie berichtet - bereits die Spuren bayerischer Feuersteine bis in die Region Melk verfolgt, weisen seine Forschungen nach, dass die steinzeitlichen Geschäftsbeziehungen bis ins Horner Becken reichten. Binsteiner: "Im unteren Abschnitt könnte der Kamp den Händlern noch als Wasserweg gedient haben, die letzten Kilometer ging es wohl zu Fuß weiter." Wie an einer Perlschnur ziehen sich Fundstellen entlang des Flusstales bis hinauf ins Waldviertel. Feuersteine aus Arnhofen, einst eines der größten Abbaugebiete des prähistorischen Rohstoffes in Europa, wurden unter anderem in Stallegg sowie in Poigen und sogar in Eggendorf am Walde im heutigen Bezirk Hollabrunn entdeckt.

Das bedeutet, dass bereits vor 7000 Jahren (!) Export und Import über mehr als 450 Kilometer weit abgewickelt wurden. Details zu seinen Forschungsergebnissen wird Alexander Binsteiner kommendes Jahr vorstellen.

Christoph Weisgram, Kronen Zeitung

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