Missbrauchsvorwurf

Sohn als Erpresser angeklagt

Furchtbare Familienaffäre in Gmunden: Ein 33-Jähriger soll seinen Vater erpresst haben, er wollte 153.000 Euro Erbanteil und drohte, ihn als Vergewaltiger anzuzeigen. Dieser weigerte sich, der Sohn ging zur Polizei. Mittlerweile stellten sich die Vorwürfe als falsch heraus, der Sohn ist wegen Erpressungsversuchs angeklagt.

Der Vater (64) hatte Geld, viel, vielleicht zu viel Geld. Ein Unternehmer, der in seinen Vierzigern die Firma verkaufte, seither als Privatier lebte. Geschieden, zwei Kinder, einen Sohn (33), und eine Tochter (35).

2010 fand der Vater einen neue Partnerin
Seit 2010 hatte er eine Neue. Eine Witwe (58), die in der feinen Gesellschaft der Traunseestadt keinen leichten Stand hat. Und jetzt reinen Tisch machen will.

Sohn soll Vater erpresst haben
Der Sohn soll nämlich den eigenen, schwer herzkranken Vater auf unfassbare Weise erpresst haben. Am 19. Dezember drohte er dem Vater, ihn wegen sexuellen Missbrauchs anzuzeigen, wenn er ihm nicht 153.000 Euro Erbanteil für seine Ausbildung zahle. Der 64-Jährige weigerte sich.

Der Sohn erstattete wirklich Anzeige
Am nächsten Tag erstattete der Sohn wirklich bei der Polizei Anzeige. Er sei als Elf- oder Zwölfjähriger 1995 oder 1996 von seinem Vater und dessen Freund am Gartentisch vergewaltigt worden! Eine Nachbar hätte seine Hilferufe gehört und die Polizei alarmiert, die damals den Freund des Vaters festgenommen habe.

Staatsanwaltschaft ließ 20 Jahre alte Akten ausheben
Die Welser Staatsanwaltschaft ermittelte gewissenhaft, ließ 20 Jahre alte Polizeiakten ausheben. Schließlich stellte sich heraus, dass alles gelogen war. Die Anklage gegen den  Sohn wegen versuchter Erpressung, falscher Beweisaussage und Verleumdung ist fertig.
"Diese Gemeinheit hat meinem Mann das Leben gekostet", ist die trauernde Lebensgefährtin überzeugt: "Er ist am 4. Juli an seinem Lieblingsplatzerl gestorben - an gebrochenem Herzen."


Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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Samstag, 24. Oktober 2020
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