So, 15. Juli 2018

Salzburger Nockerln

26.07.2017 09:49

Wird Verdis Aida alle überstrahlen?

Swarovski bringt heuer bereits zum fünften Mal die Stars zum Funkeln ...

"Obwohl ich den Job schon zwei Jahre mache, stehe ich jedes Mal wieder vor neuen wunderbaren Herausforderungen", so Jan Meier. Klar, so galt es doch für den Leiter der Festspielkostümabteilung in Zusammenarbeit mit internationalen Kostümbildnern und den tüchtigen Mitarbeitern (im Sommer sind zusätzlich 65 für Kostüme und 200 Leute für Maske und Garderobe engagiert) rund 1400 Kostüme zu fertigen!

Die ersten sorgen beim "Jedermann" schon für Hingucker. Der Mammon, (Christoph Franken) wird als güldenes Zottelwesen über die Bühne geschleift. Es wurde aus 100 Meter goldenem Kunsthaar und simplem Lametta hergestellt und wiegt beachtliche 10 Kilo. Auch der Teufel (Hanno Koffler) ist im LED-Shirt und Noppenkostüm - ein Tülltrikot mit eingearbeiteten Kabelbindern und Noppen - nicht zu übersehen.

Ein absoluter Hingucker wird aber mit Sicherheit Verdis "Aida". Swarovski verleiht nämlich der Königstochter aus dem feindlichen Äthiopien, ihrer Gegenspielerin Amneris sowie den 24 Damen aus dem Sklavenchor, einen funkelnden Auftritt. Heuer werden mit den Kristallen und Perlen des Tiroler Unternehmens allerdings nicht die Kleider gepimpt, vielmehr hat sich die britische Kostümbildnerin Tatyana van Walsum originelle Schmuckstücke einfallen lassen. "Ich habe mich von Sonne und Mond inspirieren lassen. Während Aida in einer Grausilber Kreation erscheint, schmückt Amneris Dekolleté ein goldenes Collier und ihr Haupt eine Krone", verriet Walsum gestern bei der Präsentation. Die Krone wirkt jetzt noch etwas mager, aber keine Sorge, bis zur Klavierprobe am Donnerstag ist auch sie fertig. "Dort wird übrigens auch noch entschieden , ob die Kleider - wie kurzfristig auch bei der Buhlschaft - nicht doch noch mit Kristallen veredelt werden", fügte Meier an.

Grundsätzlich sollen sie aber eher clean bleiben und vor allem keinen konkreten Ort und keiner Religion zu zuordnen sein, um auch perfekt mit den Video Visuals von Regisseurin Shirin Neshat zu harmonieren. Während Aidas Kostüm in schlichtem grau gehalten ist, wechseln Amneris Kostüme, ihrer Stimmungslage entsprechend, die Farben. "Gelb steht für die Farbe der Königin, Rot für Eifersucht, Blau für die Angst, Weiß für die Hoffnung und Schwarz für ihren Tod", so die Britin mit niederländischen Wurzeln, die erstmals für die Festspiele arbeitet.

Erstmals kommen heuer auch die Swarovski-"Crystal Fabrics" - ein Gewebe mit tausenden Kristallen, das auf jedes Material appliziert werden kann - zum Einsatz. Für die "Aida"-Produktion werden sie auf Filzstoff mittels Hitze angebracht und per Handarbeit zu Armreifen verarbeitet. Während Aidas mit zusätzlichen Steinen verziert sind, sind die vom Sklavenchor einfach gehalten und mit einem Klettverschluss versehen. "Ich bin zwar kein Fan davon, aber es hat einen praktischen Grund - so ist man beim Umziehen einfach schneller", so Meier.

Ein Blickfang sind garantiert auch die Tänzer. Sie tragen zwar keine Kristalle aber dafür aus Kunststoff nachgebildete Tierschädel.

Tina Laske, Kronen Zeitung

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