Die Salzburger Künstlerin Monika Fioreschy (59), die Malerei und Textiles studiert hat, beschränkt sich in ihrer Kunst auf die moderne Ausformulierung einer uralten Handwerkstechnik, nämlich des Webens. Der Webstuhl bleibt ihr zwar als Arbeitsinstrument erhalten, doch was sie verwebt, entspringt vollkommen der Jetzt-Zeit. Sie verwendet Silikonschläuche, die in der Medizin zum Einsatz kommen.
Aus diesen Transfusionsschläuchen stellt die Künstlerin gewebte Flächen her, die zu „Bildteppichen“ werden. Durch die gewebten Strukturen entstehen aber Schaubilder, die sich nicht auf eine eindeutige Aussage fixieren lassen. Die Frage, wodurch wir heute überleben, wird dabei natürlich auch gestellt.
Früher füllte Fioreschy die Schläuche mit farbigen Flüssigkeiten, heute bemalt sie das Gewebte, unter anderem auch mit Silber und Blattgold. Oder sie webt büschelweise bunte Plastikfäden ein. Fioreschys Kunst mag befremdend sein, sie wirkt aber gut und modern, und die international anerkannte Künstlerin hat damit einen Weg gefunden, der die traditionelle Kunst des Bildteppichs mit einem avantgardistischen Charakter verbindet.
Galerie Zauner, Kauttenstraße 16, Leonding: bis 29. Dezember, Mi bis Fr 10 - 12 und 15 - 19, an Einkaufssamstagen 10 - 17 Uhr
Foto: Horst Einöder
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