Sa, 22. September 2018

Medizin-Sensation

19.07.2017 07:22

Bub erfolgreich Spenderhände transplantiert

Der neunjährige Zion schreibt, isst und zieht sich alleine an. Was im ersten Moment nicht allzu spektakulär klingt, kann man jedoch getrost als medizinisches Wunder feiern, denn erstmals ist es gelungen, einem Kind erfolgreich zwei Hände zu transplantieren, die nicht von einem genetisch Verwandten stammen und vom Körper des kleinen Patienten nicht abgestoßen werden. Zuvor war das nur bei eineiigen Zwillingen gelungen.

Wie berichtet, hatte sich Zion Harvey aus der US-Großstadt Baltimore vor 18 Monaten der schweren Operation unterzogen. Es war eine von vielen, denn der kleine Bub hat bereits einen langen Leidensweg hinter sich.

Mit nur zwei Jahren erkrankte Zion an einer durch Bakterien ausgelösten Blutvergiftung, die zu Nierenversagen und in weiterer Folge zur Amputation beider Füße, der Hände und letztlich der Unterarme führte.

Doch der Bub erwies sich als wahrer Kämpfer und lernte, sein Schicksal anzunehmen und damit umzugehen. Er lernte, ohne Hände zu essen und zu schreiben, ging auf Prothesen, musste sich schließlich auch noch einer Nierentransplantation unterziehen - doch auch das überstand der kleine Patient tapfer.

Zehn-Stunden-Operation mit 40 Ärzten
2015 kam es dann zum nächsten großen Eingriff. Zion - damals acht Jahre alt - sollte zwei neue Hände erhalten, und zwar von einem fremden Spender. An der Operation in Philadelphia waren 40 Ärzte, Anästhesisten, Orthopäden, Radiologen und sonstiges medizinisches Fachpersonal beteiligt. Der zehnstündige Eingriff verlief erfolgreich, doch die Frage blieb, ob der Körper des Buben die beiden neuen Hände annehmen würde oder nicht.

Wie die Ärzte in der Fachzeitschrift "The Lancet Child & Adolescent Health" schreiben, sei es gerade im ersten Jahr nach der Transplantation zu Abwehrreaktionen gekommen, Zion und auch sein Gehirn mussten weiters erst wieder lernen, die Hände zu benutzen.

Zion macht große Fortschritte
Nun - rund 18 Monate nach der wahrlich lebensverändernden OP - berichten Zions Ärzte über große Fortschritte des mittlerweile Neunjährigen. So habe der tapfere Bub gelernt, mit seinen neuen Händen - diese wachsen übrigens mit - mehr Handlungen auszuführen als zuvor, heißt es in dem Bericht.

Zions größtem Wunsch, einen Ball mit den eigenen Händen zu werfen, steht damit nichts mehr im Weg.

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.