U-Bahn-Stars in Wien

da Weana: "Wir erwarten uns Ruhm und Reichtum!"

Gestern wurde das von Stadträtin Ulli Sima ins Leben gerufene Projekt "U-Bahn-Stars" eingeläutet. 14 Bands spielen hierbei alterniederen in der U-Bahn-Station Westbahnhof, die Auftrittsdauer beträgt jeweils eineinhalb Stunden. Unter anderem mit dabei: "da Weana". City4U hat mit den sympathischen Wienern vor ihrem ersten Auftritt im Untergrund gesprochen.

Seit 2015 sind "da Weana" als Trio unterwegs. Namensgeber der Band "Weana" Werner Grünwald an der Gitarre und als Frontman der Band, Heinz Ruff am Akkordeon und Gerhard Mayrhofer am Kontrabass. Bei ihrem ersten Auftritt in der Wiener U-Bahn als einer von 14 Stars, sind sie nur zu zweit. "Nächstes Mal sind wir dann vollzählig, da ist Gerhard auch dabei!", versprechen Werner und Gerhard und stimmen die Instrumente auf das bevorstehende eineinhalbstündige Set ein.

Elf Slots sind im kommenden Monat am Westbahnhof für sie reserviert. Nervös sind die beiden vor ihrem ersten Auftritt nicht. Im Gegenteil. Auch, wenn ein Gig in der U-Bahn eine Premiere für sie ist. "Normalerweise spielen wir auf Festen, in Lokalen oder auf der Straße. Wir freuen uns sehr, nun auch in der U-Bahn zu spielen und halten es für eine tolle Idee Künstlern auch hier die Möglichkeit zu geben, sich präsentieren zu können.", erklärt Werner.

Heinz ergänzt: "Die kritischen Stimmen haben wir nicht nachvollziehen können. Wir finden es eine tolle Sache, dass so ein Projekt nun gestartet wird."

In ihren eineinhalb Stunden spielen sie etwa zwölf Songs. "Wir haben uns zwar ein Set überlegt, aber noch keinen genauen Plan. Kann also gut sein, dass wir alles über den Haufen werfen und spontan agieren.", so "Weana" grinsend. Natürlich, auch abhängig vom Publikum. "Das wichtigste bei einem Konzert, auch hier in der U-Bahn, ist die Kommunikation mit den Leuten!"

Die ersten neugierigen Passanten finden sich ein.

Was sie dazu getrieben hat, bei dem Pilotprojekt "U-Bahn-Stars" mitzumachen? "Wir erhoffen uns Ruhm und Reichtum!", antwortert "Weana" lächelnd, ergänzt dann aber: "Im Ernst? Natürlicht hofft man sich dadurch einen gewissen Bekanntheitsgrad. Vor allem hoffen wir aber auf eine tolle Zeit und jede Menge Spaß!"

Da Weana spielen das erste Lied an, die erste Seite reisst. Eine kurze Unterbrechung.

Die sonst in U-Bahn-Stationen sehr gestresst wirkenden Passanten bleiben hier stehen, warten bis es weiter geht.

"Prinzipiell ist das eine sehr gute Aktion. Mir sind zwar die Modalitäten nicht so genau bekannt, aber ich hoffe, dass die Künstler auch entsprechend davon profitieren und es nicht nur eine PR-Aktion ist!", so Andreas (35) aus Wien. Er selbst wird zukünftig vielleicht öfters vorbei kommen um sich ein paar verschiedene Künstler anzuhören, wenn "die alle so gut sind, wie die gerade eben." Ihn haben bereits die ersten Töne überzeugt. "Ich mag diese Form des Wiener Lieds. Traditionell, aber mit modernen Einflüssen."

Auch Michael (41) äußert sich durchwegs positiv, über die Aktion sowie die Band: "In Berlin gibt es auch Musik in der U-Bahn, da müssen die Künstler jedoch dafür zahlen um in so einem Rahmen aufzutreten. Ich finde es toll, dass Wien diese Möglichkeit kostenfrei für ausgewählte Musiker bietet und hoffe, dass dieses Projekt auch in Zukunft fortgesetzt wird."

Noch kurz bevor Werner das erste Lied beginnt, finden sich die ersten Münzen im Sammelhut vor den Künstlern. Dann geht es los. Der erste Song. "Da Koal und da Franz..."  Eineinhalb Stunden noch. Die nächste Münze. Vielleicht wird es ja schlussendlich doch etwas mit Reichtum und Ruhm? Beides würden wir ihnen definitiv wünschen.

Einen Monat lang werden sich die unterschiedlichsten Musiker mit ihren Darbietungen im Zwischengeschoss in der U-Bahn-Station Westbahnhof abwechseln, täglich wird von 15 Uhr bis 23 Uhr gespielt. Sollte die Aktion Anklang finden, wird die Live-Musik-Initiative auf andere Haltestellen ausgeweitet.

Infos zu "da Weana" gibt es unter www.daweana.at

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Julia Ichner
Julia Ichner
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