27.11.2006 12:28 |

Zusammenbruch

Berlusconi nach Herzproblemen in Klinik

Der italienische Oppositionschef Silvio Berlusconi hat sich am Sonntag nach einem Ohnmachtsanfall und Herzproblemen in eine Klinik begeben. Berlusconi war im toskanischen Kurort Montecatini Terme während einer Rede vor Anhängern zusammen gebrochen. Ein neuer Strafprozess gegen Berlusconi ist am Montag auf Antrag der Verteidigung erneut vertagt worden. Die Verteidiger hatten auf die angegriffene Gesundheit Berlusconis verwiesen.

Das Verfahren soll jetzt am Freitag beginnen. Bei dem Verfahren geht es um den Verdacht des Betrugs und der Unterschlagung beim Kauf von Filmrechten für die Berlusconi-eigene Mediengesellschaft Mediaset in den 90er Jahren.

Berlusconi, gegen den in der Vergangenheit bereits ein halbes Dutzend Strafprozesse liefen, nimmt aber in aller Regel nicht persönlich an den Gerichtsverfahren teil. Die Verteidigung hat bei dem Prozess über 180 Zeugen geladen, die Staatsanwaltschaft will 42 Zeugen vernehmen.

Nach dem Zusammenbruch wurde Berlusconi hinter die Bühne zu seinem Leibarzt gebracht. Bis ein Notarztwagen kam, hatte er sich aber offenbar wieder etwas erholt und winkte stehend Anhängern zu, die ihm Besserung wünschten. Dann stieg er in ein Auto und kurz darauf in einen Hubschrauber, der ihn in sein Haus bei Mailand brachte.

"Es geht ihm schon viel besser", hatte sein Sprecher Paolo Bonaiuti danach gesagt. Andere Vertraute sagten, es gebe keinen Grund zur Sorge. Berlusconi habe Antibiotika genommen und einen plötzlichen Blutdruck-Abfall erlitten. Ähnliches sei schon in der Vergangenheit passiert. Berlusconi selbst sagte am Abend vor seinem Gang in die Klinik, der Vorfall sei darauf zurückzuführen, dass es während der Rede sehr heiß gewesen und er sehr müde gewesen sei. Regierungschef Romano Prodi ließ Berlusconi Genesungswünsche zukommen.

Die Zwischenfälle schürten allerdings die Diskussion über die politische Zukunft Berlusconis, der sich seit seiner Wahl-Niederlage gegen Prodi im April überraschend selten zu großen Themen zu Wort meldet. Erst vor wenigen Tagen hatte er zudem einen Zeitungsbericht zurückweisen lassen, wonach er im privaten Kreis gesagt habe, er werde auch dann nicht mehr für das Amt des Regierungschefs zu Verfügung stehen, falls seine Partei wieder an die Macht komme.