24.11.2006 17:25 |

Glimmstängel ade

Rauchverbot wird zu Koalitionsthema

Hat es sich in Österreichs Lokalen bald ausgeraucht? Viel Zeit bleibt den Gastwirten jedenfalls nicht mehr, um die vorgeschriebenen Bereiche, die frei von jeglichem blauen Dunst sein müssen, einzurichten. Ist das bis Jahresende nicht geschafft, werden wir uns wohl an italienische oder irische, als komplett rauchfreie Verhältnisse, anpassen müssen.

Doch die Gastronomen dürften jetzt - spät, aber doch - den Ernst der Lage erkannt haben. Knapp einen Monat vor Ende des Ultimatums geben die Restaurantbesitzer beim Umbau Gas. Bis dahin müssen alle Speiselokale, die eine Fläche von mehr als 75 Quadratmetern haben, einen Nichtraucherbereich eingerichtet haben.

Immer mehr Rauchfrei-Bestätigungen trudeln bei den Wirtschaftskammern ein. "Besonders gut sieht es in Wien, Vorarlberg und dem Burgenland aus", heißt es aus dem Gesundheitsministerium. Auch Gastwirt Gerhard Pree aus Aspershofen (Niederösterreich) hat bereits umgerüstet. Jedoch widerwillig! "Wir sind keine öffentliche Institution. Jeder weiß, dass hier geraucht wird. Die Leute können doch wohl noch selbst entscheiden, ob sie meine Gäste sein wollen."

Rauchverbot Thema bei Koalitionsverhandlungen
Der bekannte Wiener Gastronom Mario Plachutta hingegen ist überzeugt, dass "das generelle Rauchverbot früher oder später kommen wird. Das ist ein Trend, der nicht zu verhindern sein wird." Mittlerweile wird das Qualm-Thema auch zur Koalitionsfrage. Die Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) forderte ein allgemeines Rauchverbot. Gesundheitsministerin Rauch-Kallat kann sich eine Verschärfung der Gesetze vorstellen - wenn die Vereinbarung mit den verpflichtenden Nichtraucherzonen scheitert.

Von Klaus Loibnegger und Doris Vettermann

Donnerstag, 24. Juni 2021
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