25.11.2006 17:36 |

Raucher, aufgepasst!

Der blaue Dunst lässt Gehirnmasse schrumpfen

Der blaue Dunst hinterlässt nicht nur Schäden an der Lunge: Wissenschafter der Psychiatrischen Klinik der Charité - Campus Mitte und der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Berlin haben jetzt nachgewiesen, dass Raucher gegenüber Nichtrauchern ein vermindertes Volumen des Gehirns aufweisen. Betroffen davon ist vor allem die so genannte graue Substanz, in der die meisten Nervenzellen und viele Hirnfunktionen lokalisiert sind.

"Die neue Studie stellt fest, je mehr Zigaretten im Leben konsumiert werden, desto geringer ist das Volumen der grauen Substanz", so Studienleiter Gallinat im pressetext-Interview. "Diese Hirnregionen spielen für Aufmerksamkeit und Erinnerungsvermögen eine Rolle." Das könnte erklären, warum Raucher eine verminderte Leistungsfähigkeit in diesen Gedächtnisfunktionen

Anhand kernspintomographischer Bilder wurden Gehirne dreidimensional vermessen und in weiteren Schritten hinsichtlich der Größe miteinander verglichen werden. Das Verfahren markierte farblich, welche Unterschiede zwischen Rauchern und Nichtrauchern aufgetreten sind. Die Unterschiede bei den beiden Versuchsgruppen waren signifikant, wie Gallinat erklärte. Allerdings könne anhand der Bilder einer einzelnen Person kein Rückschluss auf dessen Rauchgewohnheiten geschlossen werden.

Bereits im Vorfeld war den Wissenschaftlern aus Studien bekannt, dass Nikotin eine unmittelbar schädigende Wirkung auf das Hirngewebe besitzt. "In Tierversuchen konnte man nachweisen, dass Nikotin nachweislich die Entwicklung des Gehirns verändert", erklärt der Mediziner. Dabei sei aufgefallen, dass die Nervenzelldichte geringer war. In vorangegangenen Untersuchungen hatten Wissenschaftler auch festgestellt, dass es bei Rauchern zu hirnfunktionellen Veränderungen durch das Rauchen gekommen ist. (pte)

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