Mo, 22. Oktober 2018

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20.06.2017 13:57

"Tekken 7": Prügel-Hit lässt die Funken spritzen!

Bandai Namcos alt-ehrwürdige Prügelspielserie "Tekken" ist zurück und geht in die siebte Runde. In "Tekken 7" sollen die Spieler endlich mehr über die Familienfehde des Mishima-Klans erfahren, dank Unreal Engine 4 in bisher unbekannter Grafikpracht prügeln und überdies durch ein neues Finisher-System spannendere Matches erleben. Wie sich das spielt, hat krone.at getestet.

Dass sich Papa Heihachi und Sohnemann Kazuya Mishima nicht ausstehen können, ist schon seit dem ersten "Tekken" bekannt. In "Tekken 7" spendiert Bandai Namco seinem Prügel-Klassiker nun endlich wieder eine Story-Kampagne, in der die Beziehung der beiden Karate-Spezialisten detailliert ergründet wird.

Erzählt wird die Story als Mix aus gut gemachten Comics, Action-Sequenzen in Spiel-Engine und - eh klar - Prügeleien. Freunde der übertriebenen Inszenierung japanischer Anime-Filme kommen dabei voll auf ihre Kosten, sind live dabei wenn Heihachi mit den Fäusten Raketen abwehrt oder der Neuzugang Akuma einem alten Rache-Eid nachkommt. Die Hauptstory von "Tekken 7" ist ein kurzes, aber intensives Vergnügen - und wird von Story-Schnipseln der weniger prominenten Kämpfer in "Tekken 7" nach ihrem Abschluss noch gut ergänzt.

Gefälliger Mix aus alten und neuen Kämpfern
Apropos Kämpfer: Insgesamt 38 spielbare Kämpfer haben es ins Spiel geschafft, unter ihnen etliche alte Bekannte wie Marshall Law oder Paul Phoenix, die man bereits aus dem ersten Teil kennt. Auch Publikumslieblinge wie der Capoeira-Spezialist Eddy, Kung-Fu-Kämpfer Feng Wei und Bär Kuma sind wieder an Bord. Neuzugänge wie Akuma, der Kennern der "Street Fighter"-Reihe ein Begriff ist, der genetisch veränderte Superkämpfer Gigas, Kampf-Saudi Shaheen oder Heihachis Frau Kazumi runden den Mix gefällig ab.

Spielerisch fühlen sich "Tekken"-Veteranen auch im siebten Teil der Saga sofort zuhause. Kein Wunder: Die in vergangenen Serienteilen mühsam antrainierten Moves der einzelnen Kämpfer sind bei vielen bekannten Gesichtern gleich geblieben, somit dauert es für "Tekken"-Kenner nicht lang, bis sie wie früher mit Yoshimitsus gefürchtetem Schwerttanz oder Laws Salto-Kick Verderben über ihre Gegner bringen. Für Abwechslung sorgen vor allem die neuen Kämpfer mit ihrem ganz eigenen Angriffs-Arsenal, ein paar neue Moves für bekannte Charaktere - und das neue Finisher-System.

Finisher bringen Spannung ins Spiel
Mit den sogenannten Rage Drives und Rage Arts hat "Tekken 7" ein Finisher-System, bei dem Kämpfer kurz vor der Niederlage nochmals erstaunliche Kräfte entfalten und ihrem Widersacher erheblichen Schaden zufügen können. Nicht selten werden scheinbar verlorene Kämpfe dadurch noch gedreht, im Test brachten die brutalen Finisher somit reichlich Spannung ins Spiel.

Unmengen freischaltbare Inhalte
Langzeitmotivation nach Abschluss der Solo-Kampagne liefern in "Tekken" die sogenannten Treasure-Kämpfe, in denen man Unmengen Spielgeld und Ausrüstungsgegenstände freischaltet, mit denen sich die Kämpfer bis zur Unkenntlichkeit personalisieren lassen.

Der Online-Multiplayer ist ebenfalls ein willkommener Modus für all jene, die in der Künstlichen Intelligenz keinen ernst zu nehmenden Widersacher sehen und sich - auf Wunsch auch mit Wertung - Online-Kämpfern aus aller Welt stellen wollen.

Neben Ausrüstung vom Cocktail-Kleid bis zum Samurai-Outfit bietet "Tekken 7" auch alle Rendervideos der Seriengeschichte als freischaltbare Inhalte an. Selbst die charakteristischen Trefferanimationen mit spritzenden Funken können nach und nach durch andere Versionen ersetzt werden. Bezahlt wird mit Ingame-Geld, das zu verdienen im Test kein allzu großes Hindernis darstellte. Gewonnene Kämpfe werfen ordentliche Summen ab, sodass man selbst die Millionen, die ein komplettes freischaltbares Videopaket kostet, in wenigen Spielstunden beisammen hat.

Sauber balanciert, anpassbare Steuerung
Die Balance - enorm wichtig bei einem Prügelspiel - hat Bandai Namco in "Tekken 7" unserer Einschätzung nach gut hinbekommen. Alle Kämpfer haben ihren eigenen individuellen Kampfstil, bedienen sich teils sehr schneller oder langsamer und umso verheerenderer Angriffe, wirken dabei aber selten übermächtig oder unausgewogen. Bis man mit einem neuen Kämpfer wirklich gut umgehen kann und seine mächtigsten Angriffe präzise loslässt, dauert es freilich trotzdem ein bisserl.

Da trifft es sich gut, dass man die Steuerung frei belegen kann. Im Spielmenü dürfen alle Buttons umbelegt werden, wer seine Finger nicht hinreichend verrenken kann, um besondere Attacken auszuführen, kann überdies einzelne Buttons doppelt belegen. Im Multiplayer könnte da manch "Tekken"-Veteran von Schummelei sprechen, gerade für Einsteiger macht die freie Tastenbelegung "Tekken 7" aber angenehm zugänglich.

Hübsche Grafik mit Detailschwächen
Einen sehr guten Eindruck hinterlässt die Grafik von "Tekken 7". Gut, angesichts einer Unreal Engine 4 könnte man sich möglicherweise etwas feinere Charakterdetails wünschen - etwa realistische Haare - aber mit seinen scharf texturierten und liebevoll gestalteten Arenen, den geschmeidigen Animationen und den insgesamt trotzdem sehr stimmigen Kämpfern macht "Tekken 7" viel richtig.

Endlich auch am PC prügeln!
Besonders lobenswert: In der getesteten PC-Version - wir können es gar nicht genug loben, dass "Tekken" nach Jahrzehnten der Konsolenexklusivität endlich den Sprung auf den PC wagt - lief das Game bei uns stets auf einer Geforce GTX 960 mit tadellos flüssigen 60 Bildern pro Sekunde. Bildfehler oder Bugs sind im Testzeitraum nicht aufgetreten.

Beim Soundtrack wird sich derweil nicht jeder Spieler durchgehend wohlfühlen, manch eine Nummer geht dann doch etwas in Richtung übertrieben schnelles Techno-Gedudel. In Summe hat man aber auch akustisch einen gelungenen Mix abgeliefert, insbesondere die Sprecher - jeder Kämpfer in "Tekken 7" ist in seiner jeweiligen Landessprache vertont - seien hier positiv erwähnt.

Fazit: "Tekken 7" macht vieles richtig. Die frischen Finisher bringen Spannung ins Spiel, freischaltbare Gegenstände und die Online-Kämpfe sorgen für Langzeitmotivation. Einzelspieler freuen sich über die kurze, aber spektakulär inszenierte und durchaus aufschlussreiche Kampagne, in der Serien-Opa Heihachi endlich sein Schweigen bricht und den Spielern sagt, was zwischen ihm und Kazuya wirklich schief gelaufen ist. Alles in allem ein rundes Ding, das Serien-Fans und insbesondere PC-Spielern, die im Prügel-Genre viel zu oft zu kurz kamen, wärmstens ans Herz gelegt sei.

Plattform: PC (getestet), PS4, Xbox One
Publisher: Bandai Namco
krone.at-Wertung: 9/10

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger

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