Mi, 19. September 2018

Strafverfahren

19.06.2017 07:38

Prozess gegen Terror-Helfer am Salzburger Gericht

Abid T. (27) ist laut der Anklage ein Kurier des IS. Er soll im Dunstkreis der Pariser Attentäter gestanden sein - mit ihnen Terror-Anschläge vorbereitet haben. Und er soll mit zwei weiteren Terror-Helfern, die kürzlich am Salzburger Landesgericht mehrere Jahre Haft ausfassten, in direktem Kontakt gestanden sein.

Dezember 2015 in einem Flüchtlingslager in Salzburg: Kurz bevor die Polizei auftaucht, vier Terror-Verdächtige verhaftet, flüchtet T. außer Landes. Monate später wird der Marokkaner im belgischen Brüssel geschnappt und nach Österreich ausgeliefert. Seit 25. August sitzt er in U-Haft. Derweil sind zwei Männer des damals geschnappten Quartetts - ein Algerier (29) und ein Pakistani (36) - nach Frankreich überstellt worden: Dort wird ihnen der Prozess gemacht. Sie sollen Mitglieder der Pariser Terror-Zelle gewesen sein, die am 13. November 2015 129 Unschuldigen das Leben nahm. Doch auf dem Weg dahin, ist das Duo in Griechenland aufgehalten und später eben in Salzburg festgenommen worden.

Das zweite Duo, ein Marokkaner (26) und ein Algerier (41), stand hierzulande bereits vor Gericht: 6 bzw. 6,5 Jahre Gefängnisstrafe lautete das nicht rechtskräftige Urteil Mitte Mai. Für den Schöffensenat galt als erwiesen, dass die beiden Asylwerber Helfer des "Islamischen Staates" waren. Bei der Gerichtsverhandlung richtete sich das Augenmerk auf eine sichergestellte SIM-Karte. Mit dieser sollen Kontakte und Informationen ausgetauscht worden sein. Die selben Daten fanden die Ermittler auf dem Handy von Abid T. Im Prozess fiel auch mehrmals sein Name. T. soll die Weiterreise der zwei Terroristen organisiert und geplant haben, heißt es in der Anklage.

"Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung"
Aufgrund dieser Erkenntnisse und weiterer Beweise und Indizien - vor allem aus der Telefon-Überwachung - ist T. angeklagt worden. Heute muss der Marokkaner vor den Richter treten. Der Vorwurf findet sich unter Paragraf 278b des StGB "Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung". Strafrahmen bei einem Schuldspruch: ein bis zehn Jahre Haft. Zwei Verhandlungstage sind anberaumt.

Antonio Lovric, Kronen Zeitung

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