Mo, 22. Oktober 2018

UNO-Bericht

06.06.2017 12:04

Mossul: IS tötete über 160 flüchtende Zivilisten

Bei ihrer Flucht aus der umkämpften irakischen Stadt Mossul sind nach Angaben der UNO Anfang Juni mindestens 163 Zivilisten von der Terrormiliz Islamischer Staat getötet worden. Die Leichen von Männern, Frauen und Kindern hätten am Montag immer noch in den Straßen des Viertels Al-Shira im Westen von Mossul gelegen, sagte UNO-Menschenrechtskommissar Said Raad al-Hussein am Dienstag in Genf.

Die IS-Miliz habe versucht, die Zivilisten an der Flucht aus der Stadt zu hindern. Die Zahl der Opfer könne noch größer sein, da zahlreiche Menschen aus dieser Gegend der IS-Hochburg als vermisst gelten, hieß es weiter. Nach Angaben eines UNO-Sprechers wurden die Menschen vermutlich am 1. Juni getötet.

Noch bis zu 200.000 Zivilisten in vom IS kontrollierten Vierteln
Die irakischen Streitkräfte waren zuletzt in der Großstadt weiter vorgerückt und hatten die IS-Kämpfer zurückgedrängt. Sieben Monate nach Beginn der Offensive auf Mossul kontrolliert die IS-Miliz vor allem noch die Altstadt und einige angrenzende Viertel. Nach UNO-Angaben befinden sich noch immer bis zu 200.000 Zivilisten in den von den Dschihadisten kontrollierten Vierteln. Die Altstadt ist dicht bewohnt und besteht aus einem Gewirr enger Gassen, die einen raschen Vormarsch der Truppen verhindern.

Der IS hatte die nordirakische Millionenstadt im Sommer 2014 eingenommen, ohne auf nennenswerten Widerstand zu stoßen. Nach jahrelanger Vorbereitung starteten die irakischen Soldaten zusammen mit schiitischen Milizen und kurdischen Peschmerga-Kämpfern sowie mit Unterstützung der US-Luftwaffe im Oktober vergangenen Jahres eine Offensive zur Rückeroberung von Mossul.

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