So, 18. November 2018

"Rechtes Eck"

01.06.2017 13:52

Gabalier klagt Chef des Wiener Konzerthauses

Ein Interview, das der Wiener Konzerthaus-Chef Matthias Naske kürzlich der "Presse" gegeben hat, zieht nun einen ungewöhnlichen Gerichtsstreit nach sich. Darin hat Naske gemeint, er würde, anders als der Musikverein, Andreas Gabalier nicht im Konzerthaus auftreten lassen: "Man muss wissen, wer Gabalier ist, wofür er steht, und dann abwägen." Diese Aussage will Gabalier nicht so auf sich sitzen lassen und zieht nun laut "trend" vor Gericht. Streitwert: eine halbe Million Euro.

In einem Interview mit der "Presse" hatte Naske den Auftritt von Gabalier für "MTV unplugged" im Musikverein scharf kritisiert. "Ich glaube, das war einfach ein Fehler. Wir hätten das nicht gemacht", meinte Naske - und weiter: "Weil das Signale sind. Man muss wissen, wer Gabalier ist, wofür er steht, und dann abwägen."

Ein Hubert von Goisern würde da sehr viel besser ins Konzerthaus passen: "Wir treffen auch gesellschafts- und kulturpolitische Aussagen, so harmlos ist das nicht. Auf der anderen Seite dienen wir auch keiner Ideologie. Wie gesagt, ich glaube, das mit Gabalier war eine Unachtsamkeit oder vielleicht auch Kalkül ...", erklärte Naske der Zeitung, warum er den Musiker nicht im Konzerthaus auftreten lassen werde.

Gabalier fühlt sich ins rechte Eck gedrängt
Aussagen mit Folgen, denn der "Volks-Rock'n'Roller" fühle sich dadurch "ins rechte Eck gedrängt" und in seinem wirtschaftlichen Fortkommen geschädigt, berichtet jetzt der "trend". Erste Konzertveranstalter würden wegen des Interviews bereits abspringen, heißt es vonseiten Gabaliers.

Deshalb hat er durch seinen Manager Klaus Bartelmuss und dessen Wiener Anwalt Meinhard Novak eine Wettbewerbsklage gegen Naske einbringen lassen. Sie lautet auf Feststellung des Schadens und Widerruf wegen Herabsetzung. Der Streitwert wurde mit 500.000 Euro festgesetzt.

Naske: "Vorwürfe nicht nachvollziehbar"
Naske kann die Klage Gabaliers gegen ihn wegen des Interviews nicht verstehen. "Nach meinem heutigen Wissensstand sind die Vorwürfe nicht nachvollziehbar", so der Konzerthaus-Chef in einer Stellungnahme gegenüber der APA. "Klarstellen möchte ich jedoch, dass meiner Aussage über Andreas Gabalier keine politische Wertung zugrunde liegt."

Es sei seine Aufgabe als Intendant, sich mit der Bewertung von künstlerischen Qualitäten zu beschäftigen. "Wenn Herr Gabalier oder sein Management eine gerichtliche Entscheidung über Fragen gesellschaftlicher Dimensionen von künstlerischem Geschehen führen möchte, sei das unbenommen."

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
„Müssen jetzt handeln“
Macron und Merkel einig: EU steht am Scheideweg
Welt
Nations League
England nach 2:1 Gruppensieger, Kroatien steigt ab
Fußball International
Arnautovic nur Ersatz
LIVE: Schafft Österreich versöhnlichen Abschluss?
Fußball International
Aus Gehege entkommen
Wilde Schweinejagd hielt Polizisten auf Trab
Niederösterreich
Unfassbare Wende
Hat Sporting-Boss brutale Attacke selbst geplant?
Fußball International
Mane in Afrika-Quali
Ex-Salzburger bricht nach Sieg in Tränen aus!
Fußball International
Koeman-Kraktakt
Gruppensieg? „Oranje“ reicht in Deutschland Remis
Fußball International
Fans wollen CR7 zurück
„Italien wieder da!“ Portugal-Spielstil kritisiert
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.