16.11.2006 15:47 |

Keine Einigung

Verhandlungen über Handels-KV abgebrochen

Die Kollektivertragsverhandlungen für rund 450.000 Handelsangestellte und 100.000 Beschäftigte in verwandten Berufen sind am Donnerstagnachmittag von Arbeitnehmerseite vorzeitig abgebrochen. Damit sind die Gespräche über einen neuen, mit 1. Jänner 2007 gültigen Kollektivvertrag gescheitert. Das teilte die Wirtschaftskammer Österreich mit.

"Wir haben den Eindruck, dass die Arbeitnehmervertretung seit mehreren Verhandlungstagen nicht wirklich verhandlungsbereit war, sondern möglicherweise den Abbruch von vornherein plante", bedauerte Arbeitgeber-Verhandlungsführer Wichtl.

Das letzte Angebot der Arbeitgeberseite lag bei 2,25 Prozent. Von der Gewerkschaft sei aber schon längere Zeit kein Gegenangebot gekommen, sagte Wichtl.

Es stehen keine weiteren Termine auf dem Programm. Grundsätzlich gelte der derzeit bestehende Kollektivvertrag unbefristet weiter, hieß es. "Wir empfehlen unseren Mitgliedsunternehmen daher, insgesamt eine Reallohnerhöhung per 1. Jänner 2007 auf Basis des alten Kollektivvertrages vorzunehmen." Die Details werde die Sparte Handel der WKÖ in den kommenden Tagen den Unternehmen mitteilen.

Bis zuletzt wurde das Verhandlungsklima von Arbeitgebern und Arbeitnehmern stets als gut bezeichnet. Trotzdem hatte die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) Donnerstag früh mit einer Flugblattaktion bei rund 400 Handelsunternehmen Druck gemacht.

200 bis 250 GPA-Delegierte, die am derzeit laufenden Bundesforum teilnehmen, besuchten ab 7.30 Uhr vor allem Lebensmittelhändler und Drogerien und informierten über den Stand der aktuellen Kollektivvertragsverhandlungen und über die Rechte der Beschäftigten in der Vorweihnachtszeit. Dabei wurden Flugblätter mit dem Motto "Beim Gehalt gibt es keinen Rabatt!" verteilt. "Die Menschen im Handel brauchen jeden Cent zum Leben! Wir wollen einen fairen Gehaltsabschluss!" heiß es weiter.

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