08.05.2017 21:48 |

Schnee bis in Täler

"Sauwetter" schützt erstmals Salzburgs Gletscher

Kalt, nass, Schnee bis auf 1100 Meter Seehöhe. Die Salzburger warten sehnsüchtig auf den Frühling, wünschen sich die warmen Märztemperaturen herbei. Das Bibbern hat aber auch was Gutes: In den Bergen gibt es mehr Neuschnee als sonst zu dieser Zeit, das schützt die Gletscher. Das Abschmelzen wird zumindest verzögert.

Sonnblick-Kees in Uttendorf. Goldberg- und Kleinfleiß-Kees am Rauriser Sonnblick. Das Kitzsteinhorn in Kaprun. Der Großvenediger in Neukirchen. Einige Beispiele imposanter Gletscher in Salzburg. Es gibt gute Nachrichten für sie: Das kalte Wetter mit viel Niederschlag verschafft dem "ewigen Eis" sozusagen eine Verschnaufpause, denn: "Der Neuschnee hat eine doppelte Wirkung. Erstens ist er ,Nachschub’ für die Gletscher, zweitens wird das Abschmelzen zumindest ein wenig verzögert", erklärt Forscher Heinz Slupetzky. Vor allzu viel Optimismus halten die Experten allerdings nicht viel. "Entscheidend wird der Sommer werden. Schneit es auf die Gletscher, wird das Sonnenlicht von der weißen Decke reflektiert, das Schmelzen des Eises selbst verzögert oder abgeschwächt", sagt Elke Ludewig, Leiterin des Sonnblick-Observatoriums der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik ZAMG) am Hohen Sonnblick.

Insgesamt geht die Tendenz dahin, dass unsere Gletscher stetig an Masse verlieren (siehe Lexikon). Das bestätigt auch Ludewigs Kollege Bernhard Hynek: "Es gibt nach wie vor vereinzelt Jahre, in denen Gletscher gleich bleiben, oder sogar leicht wachsen. Aber sie werden immer seltener", bringt es der Experte auf den Punkt und fügt hinzu: "Man muss auch bedenken, dass diese massiven Neuschneemengen jetzt ja nur eine Art Ausgleich für einen relativ schneearmen Winter sind. Unter dem Strich wird es ein durchschnittlicher werden."

Zusammenfassung vor Veröffentlichung
Heinz Slupetzky jedenfalls ist gerade dabei, die neuesten Daten von Salzburgs Eismassen zusammen zu fassen, sie sollen in den nächsten Tagen veröffentlicht werden. Währenddessen freut man sich am Kitzsteinhorn - dort läuft die Skisaison noch immer - über Pulverschnee und an einem "normalen" Tag über bis zu 1.500 Wintersportler. Gecarvt wird dort bis in den Juli hinein.

Melanie Hutter, Kronen Zeitung

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