14.11.2006 10:57 |

Seitensprung-Faktor

Ähnliche Immunsysteme fördern das Fremdgehen

„Gegensätze ziehen sich an“, heißt es schon lange im Volksmund. Jetzt hat dieser Satz auch einen wissenschaftlichen Hintergrund. Ein Team aus amerikanischen Biologen und Psychologen hat herausgefunden, dass Frauen weniger zum Fremdgehen neigen, wenn sich das Immunsystem ihres Partners deutlich von ihrem eigenen unterscheidet. Je unterschiedlicher die Gene, die das Immunsystem bestimmen, desto stärker fühlen sie sich vom eigenen Partner sexuell angezogen.

Für die Studie untersuchten die Wissenschafter der Universität von New Mexico (in Albuquerque) dazu die Speichelproben von 48 fest liierten Paaren auf ihre immunologische Ähnlichkeit. Mit Fragebögen wurde zudem die sexuelle Zufriedenheit der Probanden erhoben. Die Teilnehmer der Studie wurden befragt wie stark sie sich zu anderen Männern bzw. Frauen hingezogen fühlten, und nach vorangegangenen Seitensprüngen.

Entsprechende Fragebögen füllten die Probanden einmal zum Beginn der Studie, an den fruchtbaren Tagen der Frau und an einem ihrer unfruchtbaren Tage aus. Das verblüffende Ergebnis: Je mehr sich die Immunsysteme der Partner ähnelten, desto unzufriedener war die Frau mit ihrem Sexleben und desto stärker war sie geneigt, einen Seitensprung zu riskieren. Das galt besonders für die fruchtbare Phase im Zyklus. Interessantes Detail: Auf die männliche Treue hingegen hatte die Übereinstimmung des Immunsystems keinen Einfluss.

Ein ähnliches Phänomen ist bereits aus dem Tierreich bekannt. Auch Mäuse, Vögel und Fische suchen sich bevorzugt Partner aus, die genetisch wenig mit ihnen übereinstimmen.

Freitag, 25. Juni 2021
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