12.11.2006 19:38 |

Todesstrafe droht

Österreicher sitzt in Jakarta in der Todeszelle

Wegen Suchtgifthandels in organisiertem Stil sitzt ein 40-jähriger Auslandsösterreicher seit 20. Oktober in einer engen schmutzigen Zelle in Jakarta-Süd in Indonesien. Für Drogendelikte droht in dem asiatischen Staat die Todesstrafe. Der Familienvater - er ist der Polizei einschlägig bekannt - verweigert jede Hilfe durch das Außenamt.
Vor 20 Jahren war der Österreicher nach Indonesien ausgewandert. Er brach alle Kontakte mit seiner alten Heimat und hat dort eine neue Familie gegründet. Jetzt wurde der 40-Jährige von der Polizei mit zwei Plastiksäckchen mit Heroin festgenommen. Laut der Ermittlungen der Kriminalpolizei in Jakarta hat der Verdächtige das Beweismaterial sofort verschluckt. Es kam aber wieder zum Vorschein.

Keine Stellungnahme vom Außenamt
Am 23. Oktober wurde der stark abgemagerte Österreicher in der Zelle vom Konsul Jahn Michael Swoboda besucht, der ihm jede Hilfe anbot. Rene P. (Name geändert), lehnte dies aber kategorisch ab. Er will sich auch vor Gericht selbst verteidigen und bekommt von den Behörden einen Pflichtverteidiger zugewiesen. Das Außenamt wollte wegen der Brisanz keine Stellungnahme abgeben, "wird aber das Verfahren ganz genau verfolgen", so eine Sprecherin. Erschwerend kommt hinzu, dass der 40-Jährige bereits mit dem Gesetz wegen Drogenmissbrauchs in Konflikt gekommen war. Ein Delikt, bei dem die Richter in Indonesien absolut keine Gnade kennen.

Erst am 6. November wurden zwei Suchtgiftbosse - sie hatten Ecstasy-Tabletten in einer Fabrik produziert - zum Tode verurteilt. Zwei französische Mittäter erhielten lebenslange Gefängnisstrafen. In 14 Tagen kommt es zur Anklage.

Von Florian Hitz

Donnerstag, 06. Mai 2021
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