27.04.2017 22:03 |

347,6 Mio. € fällig

London: EU-Agentur hat noch Mietvertrag bis 2039!

Der Umzug der EU-Arzneimittelagentur (EMA) aus London könnte noch sehr teuer werden: Der Mietvertrag der EU-Behörde, die in der Folge des Brexits voraussichtlich Großbritannien verlassen wird, läuft einem Dokument des EU-Parlaments zufolge bis 2039! Bis dahin sei noch eine Miete von insgesamt 347,6 Millionen Euro fällig - und der Vertrag enthalte keine Ausstiegsklausel.

Das hätten die Mitglieder des Haushaltskontrollausschusses mit Sorge festgestellt, heißt es in einer Zusammenfassung ihres Prüfberichts.

800 Beschäftigte, 300 Millionen Euro Jahresbudget
Die Arzneimittelagentur (EMA) mit mehr als 800 Beschäftigten und einem Jahresbudget von über 300 Millionen Euro bereitet sich dem Ausschuss zufolge bereits auf den Umzug vor. Nach Medienberichten haben verschiedene EU-Staaten schon ihr Interesse bekundet, die EU-Behörde bei sich anzusiedeln. Sie ist für die Zulassung neuer Medikamente zuständig. Der Haushaltskontrollausschuss des Parlaments forderte die Behörde auf, ihm weitere Entwicklungen bezüglich des Mietvertrags in London mitzuteilen.

Mit der Europäischen Bankenaufsicht ist eine weitere EU-Behörde in der britischen Hauptstadt untergebracht. Die finanziellen Folgen des Brexits dürften eine zentrale Rolle in den bevorstehenden Verhandlungen der EU mit der Regierung in London spielen.

Österreichische Regierung will EU-Agentur nach Wien holen
Die österreichische Bundesregierung rechnet sich gute Chancen aus, die Europäische Arzneimittelagentur von London nach Wien zu holen. Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) präsentierten am Donnerstag Österreichs Kandidatur und Konzept für die Ansiedlung der EMA.

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